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BeeSummer No1 - Sind wir tatsächlich alle schön #2


Schnittmuster: BeeSummer No 1 von BeeKiddi
Größe: 44

Sind wir tatsächlich alle wunderschön #2


Mein Post von vergangener Woche zum Thema: "Sind wir tatsächlich alle wunderschön?" (siehe *hier*) wurde in einer Facebook-Gruppe folgendermaßen kommentiert:

"Dein Blog bedeutet leider auch viele Schläge in die Gesichter derjenigen, die daran teilgenommen haben. Meiner Meinung nach irrst du mit deiner These außerdem. Natürlich liegt Schönheit im Auge des Betrachters. Aber Schönheit liegt auch in der Macht der Märkte. Indem wir bereit sind einzugestehen, dass wir nicht alle schön sind, beugen wir uns dieser Macht. Indem wir um Anerkennung betteln, auch wenn wir nicht diesem vorgegebenen Schönheitsideal entsprechen, erkennen wir diese Macht und die aufgedrückten Ideale an. Nur wenn wir postulieren, dass wir trotz aller gegenteiliger Behauptungen Schönheiten sind, erkennen wir diese Marktmacht nicht mehr an. Und nur dann können wir etwas ändern. Meine These....Ich besitze einen kleinen Taschenspiegel mit einer Besonderheit. Wenn ich ihn öffne, begegnet mir zuerst eine Gravur, die mir versichert: "Du bist schön!" Es ist wichtig, diese Momente zu haben, die jedem Diktat trotzen."

Auf einige der darin enthaltenen Aussagen möchte ich an dieser Stelle gerne eingehen. 
Zuvor möchte ich aber noch einmal die Kernaussage(n) meines Posts herausstellen:

(Äußere) Schönheit ist nicht nur relativ, da sie im Auge des Betrachters liegt, sondern sie ist vielmehr auch unerheblich. Jeder Mensch, egal ob mit mehr oder weniger Schönheit gesegnet, ist wertvoll und verdient daher Respekt.

Ich habe nicht den Eindruck, dass diese Botschaft tatsächlich bei der Kommentatorin angekommen ist. Dennoch meine Gedanken zu ihrer Antwort:

Die Kommentatorin schreibt: "Nur, wenn wir postulieren, dass wir trotz aller gegenteiliger Behauptungen Schönheiten sind...."

Postulieren (= Fordern) kann man sicherlich einiges, aber ist das auch immer zielführend? Kann ich beispielsweise postulieren, dass meiner Tochter gefälligst Kartoffeln zu schmecken haben?

Wir können nicht einfordern, dass irgendjemand uns schön findet, weil dieses Empfinden nun einmal eine Sache des persönlichen Geschmacks ist!

Wohl aber kann ich einfordern, dass jemand mich respektiert, obwohl er mich nicht schön findet!
Außerdem zitiert die Kommentatorin die "Macht der Märkte". Meine Meinung: "Market is a bitch!" Und "Bitches" geht es niemals um Respekt, Anerkennung oder Wertschätzung, sondern immer nur um den persönlichen Vorteil!

Soll  heißen: Den "Märkten" ist es völlig egal, ob sie uns schön finden oder nicht, so lange sich nur Geld mit uns verdienen lässt. Und sie haben nicht das geringste Problem mit uns, so lange wir ihnen die Kassen füllen.

Der smarte Produktdesigner mag in seinem Privatleben den Size-Zero-Frauen noch so zugetan sein: Wenn er feststellt, dass sich mit "Plus Size" jede Menge Geld verdienen lässt, so wird er diese Chance unabhängig von seinem persönlichen Geschmack ergreifen und bei Freunden am Stammtisch trotzdem hemmungslos über "Fette" lästern.
"Indem wir um Anerkennung betteln, auch wenn wir nicht diesem vorgegebenen Schönheitsideal entsprechen,..."

Nun - ehrlich gesagt hat es für meinen Geschmack weitaus mehr von "betteln", wenn wir fordern: "Finde mich doch bitte schön, auch wenn ich nicht Größe 34/36 trage!"
Meine Botschaft war eine völlig andere! 
Und nichts weniger sollte sie sein, als ein Schlag ins Gesicht von irgendjemandem!

Ganz im Gegenteil: 
Sie war ein Plädoyer dafür, sich frei zu machen von der Besessenheit, unbedingt und um jeden Preis von anderen "schön" gefunden werden zu wollen und noch dazu dann den persönlichen Wert davon abhängig zu machen. Erst dann trotzen wir meiner Meinung nach dem Diktat, von dem die Kommentatorin schreibt!

Und sie war ein ausdrückliches Postulat:
Macht euren Respekt für andere Personen nicht davon abhängig, wie "schön" ihr sie findet!


Bis bald
Eure Quintilia

verlinkt zu: Rums




Kommentare

  1. Das hast du sehr gut ausgedrückt.
    Liebe Grüße, Marita

    AntwortenLöschen
  2. Ich stimme dir voll und ganz zu! Sehr gut geschrieben. Ich bin absolut deiner Meinung.

    Dein Beesummer gefällt mir auch richtig gut! Steht dir super!

    Liebe Grüße
    Jenni

    AntwortenLöschen

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Neue Wege: Chloé von Pattydoo

Ich bin nicht besonders mutig, du?

Etwas ganz Neues ausprobieren kostet mich daher immer einiges an Überwindung - auch an der Nähmaschine.

Und dann gibt es so Schnitte, von denen ich mir sicher einbilde: "Sehr hübsch! Aber auf keinen Fall was für dich!"

Chloe von Pattydoo war so ein Schnitt! Tulpenrock und Kellerfalten..... oh je!

Wie gut, dass Carina aus der Pattydoo-Gruppe beim großen sozialen Nähwerk immer viel unvoreingenommener an neue Schnitte herangeht.
Vor allem, weil sie ähnliche Proportionen hat wie ich und in der Regel die selbe Größenverteilung näht.

Als sich dann in einer anderen Nähgruppe für große Größen auf derselben Plattform andere kurvige Mädels ebenso selbstbewusst in ihrer neuen Chloe
präsentierten, hab ich's schließlich doch probiert.

Ich liebe zwar meine Ella-Kleider von Pattydoo, aber mir war schon lange mal nach einer ganz anderen Silhouette.

Und hier ist mein erstes Ergebnis:


Das Oberteil habe ich in Größe 44 genäht. Den kurzen Ärmel werde …

Herbstliche "Ella" aus French Terry

Schnittmuster: Ella von Pattydoo
Größe: 44
Änderungen: Rockteil um 8 cm verlängert (Körperhöhe 168 cm), Ärmel auf 3/4 gekürzt
verlinkt zu: Rums

Ganz super im Herbst tragen lässt sich auch meine Ella aus French Terry (Sommersweat) mit Dreiviertelärmeln.
Sie fällt auch mit dem dickeren Material noch schön. Wenn es kälter wird, kombiniere ich sie mit Stiefeln und einem kurzen Jäckchen. So muss ich auch in der kälteren Jahreszeit nicht auf Kleider verzichten.

Bis bald
Eure Quintilia

PS: 
Du steckst gerade in einer Beziehung, die dir alles andere als gut tut und schaffst es nicht, dich zu trennen? Oder du kennst jemandem, dem es genauso geht? Hier mein Lesetipp für Betroffene:

Warum wir uns eher in die Falschen statt die richtigen verlieben


Chloe - mit oder ohne Taschen???

Bei meiner ersten Chloe von Pattydoo wählte ich für den Rockteil eine "großzügige" Größe 46, was vor allem an der "oberen" Hüfte viel zu viel war.
Die Taschen für meinen persönlichen Geschmack zu viel ab und "bollerten". Hier *klick* könnt ihr nochmal nachlesen.

Weil das in meiner Nähgruppe beim großen sozialen Netzwerk viele genauso sahen, habe ich nun mal eine Version ganz ohne Taschen probiert.


In der Diskussion fanden jedoch auch einige, die Chloe wäre ohne Taschen eben keine Chloe mehr. Und die Taschen müssten sein. Sie würden nicht auftragen, sondern - ganz im Gegenteil - von kräftigen Hüften ablenken. Der Betrachter würde dann quasi das "Volumen" den Taschen schulden und nicht den Hüften.


Ich bin mir noch immer nicht ganz sicher, auf welcher Seite der Diskussion ich stehen soll. Vielleicht sind es einfach generell die Kellerfalten, an deren Volumen ich mich nicht so tausendprozentig gewöhnen kann.


Daher ja auch das Experiment mit dem Maß…