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Ergebnisse meiner Farb- und Stilberatung

Bereits im Winter 2013 habe ich mir *hier* eine ausführliche Farb- und Stilberatung gegönnt, die jeden einzelnen Cent wert war!

Sie hat einerseits den Wunsch in mir bestärkt, mir das Nähen selber beizubringen und beeinflusst natürlich auch meine Schnitt- und Stoffwahl.

Die Ergebnisse möchte ich daher hier einmal vorstellen.

Beides - die Farb- und die Stilberatung - waren eine wirkliche Bereicherung. Die Stilberatung sogar eine regelrechte Offenbarung.

Denn im nachhinein muss ich sagen, dass ich mit meiner Farbwahl selten wirklich krass daneben lag, meinen Stil aber auch mit über 40 noch nie wirklich gefunden hatte.

1. Meine Farbpersönlichkeit

... wird für die Leser dieses Blogs kaum nachvollziehbar sein, da ich ja mein Gesicht nicht zeige und somit der "Gesamtzusammenhang" fehlt.

Trotzdem sei der Vollständigkeit halber gesagt, dass ich ein Wintertyp bin, also dass mir kühle, blaupigmentierte Farben am besten stehen. Das sind kräftige Blautöne bis hin zu dunklem türkis und petrol, lila, pink und.... leider schwerer zu finden: kalte Rot- und Grüntöne.

Allerdings muss ich in Farben einer mittleren Helligkeit bleiben, da mir weder die sehr hellen noch die sehr dunklen Farben "bekommen". In Gesichtsnähe kann ich zum Beispiel kein weiß vertragen, obwohl es anderen Wintertypen sehr gut steht.

Leider musste ich während der Farbberatung auch feststellen, dass ich mein bis dahin heiß geliebtes schwarz nicht (in Gesichtsnähe) tragen kann. Es macht mich -ebenso wie das weiß- viel zu blass.

Meine kühlen Farben wirken also am besten, wenn sie weder zu hell noch zu dunkel sind und zudem eine hohe Intensität, Leuchtkraft und Klarheit besitzen.

Als Kombifarben kann ich schwarz (nur für Unterteile), sonst mittlere bis dunkle Grautöne bis zu anthrazit und kalte Brauntöne (= grau-braun) verwenden.

Ganz unsicher war ich bis zur Farbberatung, ob mir denn nun gold(farbener) oder silberner Schmuck besser steht. Zum Wintertyp gehört aber eindeutig silber(farben).

Mein Schrank war nie besonders bunt. Sehr gerne habe ich immer schwarz getragen (kaschiert so schön) und auch immer mal etwas Weißes gekauft, ohne davon richtig begeistert zu sein. Besonders kräftige Farben hatte ich leider aus Unsicherheit immer vermieden. Schwarz und weiß ging immer: schwarze Hose, weiße Bluse, schwarze Jeans, weißes T-Shirt, schwarzer Rock, schwarzes Shirt.....

Gerne mochte ich auch noch marineblau. Der Verzicht hierauf tut manchmal fast ein wenig weh ;-) Allerdings ist es tatsächlich so, dass ich jetzt deutlicher wahrnehme, dass mir diese Farbe nicht so hundertprozentig steht. Ähnlich ist es übrigens mit schokobraun.


2. Was so in meinem Stilpass steht

Wie ich oben schon erwähnt habe, hat mich vor allem die Stilberatung begeistert. Das waren Stunden, in denen ein Aha-Erlebnis das nächste jagte.

Vielleicht kennt ihr das auch: Ihr steht im Geschäft, seht ein Kleidungsstück, das euch prinzipiell gut gefällt, aber es hat irgendetwas an sich, das stört. Im schlimmsten Fall kauft ihr es, hängt es in euren Schrank, schlüpft immer mal wieder hinein, fühlt euch aber nie so richtig darin wohl ohne den wahren Grund dafür benennen zu können? Wenn es nicht an der Farbe (oder generellen Passform) liegt, dann muss es ja irgendetwas anderes sein. Nur was?

So ging es mir leider relativ häufig. Da hing etwas im Schrank, das ich bei der Outfit-Auswahl immer mal wieder unschlüssig prüfend herausgenommen, dann aber wieder zurückgehängt habe. Schrankleichen! Jede Menge! Immer wieder.

Nun, nach der Stilberatung konnte ich nach Hause fahren und bei jeder einzelnen Schrankleiche genau erkennen, was der gewisse "Störfaktor" war. Sehr oft lag es zum Beispiel an den ausgewählten Mustern.

a) Muster

Ich mag zum Beispiel geometrische Muster grundsätzlich sehr gerne (anschauen), wie etwa "Optik" von Astrokatze oder "Cool Triangle" von Lillestoff, die mir wirklich ausgesprochen gut gefallen.

Ich sehe sie gerne (an anderen), ich mag sie, ich liebe die Farben, was für geniale Designs, aber wenn ich solche Muster anziehe, dann fühle ich mich nicht wohl darin. Das selbe gilt für Streifen, (geometrisch exakte) Kreise und Ovale, Rauten, Chevrons, Karos, Hahnentritt..... Ja selbst für Muster, die geometrisch exakt angeordnet sind, wie etwa in diesem Beispiel von Lillestoff:



Trotz der passenden Farben würde das aufgrund der exakt-geometrischen Anordnung nicht so hundertprozentig meins werden.

Alles allzu Geometrische, Geordnete, Abgezirkelte, Konstruierte.... entspricht also nicht meinem Stil. Seltsamerweise übrigens auch nicht meinem Charakter.

Trotzdem hatte ich immer wieder derart gemusterte Kleidung im Schrank, die mir zwar an allen anderen gut gefiel, jedoch nicht an mir.

Jetzt weiß ich: Das ist nicht meins! Ich brauche es "wild" gemustert, unordentlich, nicht vertikal oder horizontal stimmig angeordnet. Auch dass es die richtige Mustergröße für jedermann gibt, war mir völlig neu. Bei mir sind das kleine Muster bis maximal 3-4 cm.

Leider entdecke ich aber viel mehr geometrisches Design unter den Qualitätsstoffen, als das für mich geeignete. Passt dagegen das Muster, sind die Farben nichts für mich.

b) Materialien

Was war ich verblüfft zu sehen, welchen Unterschied es macht, ob man ein Stück langhaarig-wuscheligen Kunstpelz oder einen kurzhaarig-glatten oder einen mittellang-fedrigen umgehängt bekommt! Dass das überhaupt einen Unterschied macht, hätte ich nie gedacht. Es ist aber so.

Ganz krass ist für mich auch der Unterschied zwischen steifen, dicken Stoffen (geht bei mir gar nicht) oder weichen, fließenden, denen ich dadurch beim Nähen den Vorzug geben werde.

Stoffe mit sanftem Glanz schmeicheln mir hervorragend, matte weniger.

c) Sonstiges

Feminines wurde mir angeraten: Feminin mit vielen verspielten Details. Nichts Klassisch-elegantes, schon gar nichts Sportliches. Und das mir - wo ich doch zeitlebens zu 90 % in Jeans und T-Shirt herumgelaufen bin!
Daher nähere ich mich auch nähtechnisch gerade an einen viel feminineren Stil an.


3. Der (Birnen-)Figur geschuldet

Natürlich geht es bei einer Stilberatung vor allen Dingen auch darum, seine Vorzüge ins rechte Licht zu rücken (auch wenn man schon gar nicht mehr daran glaubt, überhaupt welche zu haben) und seine "Problemzonen" dadurch in den Hintergrund treten zu lassen.

Bei mir sollte also der Fokus deutlich auf den Oberkörper und Taille gelenkt werden (Farben, Muster, verspielte Details, optische Hingucker) und dadurch den Blick von Hüfte, Po, Oberschenkeln (dunkel-einfarbig, keine Muster, keine Hingucker wie Paspeln, Unterteilungen, Taschen, Waschungen.....) ablenken.

Als allgemein-gültige Grundregel lernte ich: Überall dort, wo im Outfit etwas "passiert", dort bleibt auch der Blick hängen. Möchte ich also nicht, dass mir jemand unweigerlich auf die Hüfte schaut, dann darf dort auch in meinem Outfit nichts "passieren". Ein Oberteil darf daher bei mir nicht auf Hüfthöhe enden - wie es bei Kaufoberteilen selbst für große Größen leider oft der Fall ist. Daher habe ich das leider sehr oft falsch gemacht.

Ähnlich: Wenn ich nicht möchte, dass jemandem sofort meine kräftigen Oberschenkel ins Auge fallen, sollte ich Jeans mit Waschungen im Oberschenkelbereich vermeiden. Es ist aber in der Tat recht schwierig, im praktischen Leben Jeans vollkommen ohne Waschung zu finden.

Damit ich meinen vergleichsweise schmalen Oberkörper nicht optisch noch schmaler mache, kommen für mich keine Blusen/Hemden mit Knopfleisten in Frage, ja nicht mal lange Ketten, weil sie den Oberkörper optisch in Längsrichtung halbieren und somit im Vergleich zum Unterkörper noch schmaler machen. Zudem sind Hemdblusen eher dem klassisch-eleganten Stil zuzuordnen, der mir ohnehin nicht sehr steht. Ähnlich ist es mit V-Ausschnitten.

Ich muss mich den detailreichen Ausschnittvarianten zuwenden, die zudem die Schultern betonen und nicht noch verschmälern. Sie müssen ja das optische Gegengewicht zur sehr breiten Hüfte sein. Am Ausschnitt dürfte es optisch krachen, z.B. durch Borten, Litzen, Pailletten, Spitze, Schleifen,.... Hier fehlt es mir noch an Kreativität - noch mehr aber an Näherfahrung.


Fazit:

Ich habe längst nicht alles, was ich an den zwei Nachmittagen der Farb- und Stilberatung gelernt und über mich erfahren habe, hier angeführt. Immerhin blieb kaum ein Thema rund um Kleidung und Accessoires unangetastet: Gürtel, Hüte, Schuhe, Taschenform und -größe, Brillen etc.......

Noch weniger davon habe ich schon in meiner Garderobe angewendet, obwohl mich alle Tipps wirklich zu 100% überzeugt haben.

Nicht immer ist es leicht, auch das Passende für sich in den Geschäften zu finden, vor allem wenn man große Größen benötigt und trotzdem ständig eine gute Änderungsschneiderei bräuchte. Da hat man wenig Lust, teures Geld für schöne Stücke auszugeben. Aber dafür habe ich ja jetzt auch begonnen, mir das Nähen beizubringen. Dann kann ich mir (hoffentlich irgendwann) meine Kleidung auch vom Stil her passend nähen.

Auch bin ich bisher längst noch nicht mutig genug gewesen, mich so weit aus meiner bisherigen schwarz-grauen-Komfortzone herauszubegeben.

Dennoch habe ich all die vielen, wertvollen Tipps ständig im Hinterkopf, wenn ich mich mit dem Thema Nähen auseinandersetze.

Was mir steht, weiß ich nun also relativ gut. Ich muss mich nur noch trauen und mein Wissen auch an der Nähmaschine umsetzen lernen.

Jedem, der beim Blick in den Spiegel noch oft fragen muss: "Steht mir das?", dem kann ich eine solche Farb- und Stilberatung nur ans Herz legen.



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