Mittwoch, 22. Juni 2016

Ella von Pattydoo goes Wickel-Kleid

Wickeldinger? Liebe ich! Nur ist es mir noch nicht gelungen, ein Kleid mit "Wickel" zu finden, das mir wirklich gut gefällt und passt.

In einer F*cebook-Pattydoo-Nähgruppe bin ich dann allerdings auf ein Tutorial gestoßen, wie man aus dem Oberteil des Jersey-Kleids Ella ein Wickeloberteil machen kann. Volltreffer!

Also habe ich mich mal mit einem nicht sonderlich geliebten günstigen Baumwolljersey an ein erstes Probemodell gemacht und hier ist das Ergebnis:


Meine größte Angst, der Ausschnitt könnte mir so tief geraten, dass das Kleid ungewünschte Einblicke gewährt, war unbegründet.


Da ich mit dem ersten Versuch recht zufrieden war und man die Passform eines Jersey-Oberteils ohnehin erst dann richtig beurteilen kann, wenn der Rock daran "zieht", habe ich die Probe-Wickelella mit Jeansjersey fertig genäht.

Der war ein Rest von diesem Kleid hier: *klick*.

Zum ersten Mal kam auch das Taillenband der Ella zum Einsatz und hierbei habe ich leider das Kleid ziemlich verdorben:

Ich wollte die Nahtzugaben absteppen, weil die so abstanden. Leider bietet mein gutes Mädchen, meine 40 Jahre alte Pfaff 1199, hierfür nicht allzu viele Möglichkeiten.

Ich habe daher den Dreifach-Geradstich gewählt, doch die gute Alte verträgt sich einfach gar nicht mit drei Lagen Jersey, bockte gehörig und stampfte fast nur noch auf der Stelle.

Die Hoffnung, dass meine Dampfbügelstation das Ganze schon noch retten würde, war leider auch vergeblich.


Seltsamerweise finde ich auch das Oberteil in Größe 44 - wie üblich - bei dieser Variante etwas zu groß. Ob es nun an dem Wickel liegt oder an dem schweren Baumwolljersey? Ich weiß es nicht, finde es aber nicht allzu tragisch. Wegen dem vers*ten Taillenband bin ich sowieso auf der Suche nach einem passenden Gürtel.

Hier nun noch einige Fotos:




Ich denke, bei meinem nächsten Versuch mit Wickel schneide ich eventuell eine Größe kleiner zu und probiere es ohne Taillenband. Außerdem liebäugle ich damit, das Oberteil insgesamt um 1-2 cm zu verkürzen.

Ansonsten bin ich recht zufrieden damit. Eine weitere Oberteil-Variante habe ich auch schon im Kopf.

Jerseykleid Ella von Pattydoo goes Baukasten-Kleid ;-) - Sobald mir Leben #1 wieder viel mehr Zeit zum Nähen lässt.


Die selbst gemachte Brosche aus Stoffresten habe ich auch schon vorgestellt, und zwar *hier*.

So, und nun gehe ich mal beim Memademittwoch und bei Afterworksewing die kreativen Nähergebnisse meiner Blogger-Kolleginnen bewundern. Den Organisatorinnen herzlichen Dank für ihre Mühe!


Schnittmuster/Pattern
: Jerseykleid Ella von Pattydoo; Wickeloberteil: Eigenkonstruktion aus dem Ella-Oberteil mit rundem Ausschnitt
Größe/Size: 44
Anpassungen/Adjustments: Rockteil um 8 cm verlängert

Montag, 20. Juni 2016

Und nochmal die Jeans-Ella...

So ging die Jeans-Ella von letzter Woche heute auf einen formelleren Anlass:


Diesmal kombiniert mit einem türkisfarbenen Gürtel, den ich über das ganz große Online-Kaufhaus mit dem großen A..... gekauft habe, einer selbst gemachten farblich passenden Shabby-Chic-Brosche (siehe *hier*) und ebenso selbst gemachten türkisfarbenen Glasperlen-Ohrhängern.

Schnittmuster/Pattern: Jerseykleid "Ella" by Pattydoo
Größe/Anpassungen/Size/Adjustments: EU 44 + 8 cm Länge
Gürtel/Belt: via Amaz*n
Schuhe/Shoes: Clarks
Brosche/Brooch: Do it yourself

Mittwoch, 15. Juni 2016

Jeden Tag Ella

Mit dem Entschluss, in den folgenden Wochen mein Lieblings-Schnittmuster "Ella" von Pattydoo rauf und runter zu nähen, habe ich meine selbst auferlegte Nähpause diese Woche beendet.

Zunächst einmal habe ich mir noch eine Jeden-Tag-Ella aus dunkelblauem Jeans-Jersey genäht:


Ich habe sie bewusst sehr schlicht gehalten, sodass ich farblich nicht festgelegt bin und sie je nach Lust und Laune mit Accessoires aufpeppen kann.


Dafür habe ich die Gelegenheit genutzt, einmal die Variante mit Tropfenverschluss im Rückenteil auszuprobieren, den Ina von Pattydoo auf ihrer Website gewohnt verständlich beschreibt. Sogar ein kostenloses Schnittmuster für den Beleg gibt es, sodass mir die Premiere recht gut gelungen ist, wie ich finde.


Ich nähe erst seit einem halben Jahr und habe in dieser Zeit dank ungebremster, unreflektierter Begeisterung (leider) viel Geld für Schnittmuster ausgegeben, die für die notwendigen Änderungen mehr Erfahrung und Können erfordern, als ich habe.

Der Schnitt für das Jersey-Kleid Ella von Pattydoo ist jedoch ein wahrer Glücksgriff gewesen und zudem ein absolut preiswerter. Die Schnitte sind sauber und kleinschrittig gradiert, sodass ich sie leicht an meine Figur anpassen kann, die Anleitungen sind klar und verständlich - zu vielen Schritten gibt es sogar ein Video. Zudem ist die "Ella" sehr variantenreich und perfekt für meine Figur.

Was will man mehr?


Darüber hinaus gibt es bei Facebook eine sehr inspirierende Pattydoo Nähgruppe, in der ich mir in den letzten Tagen so viele Anregungen holen konnte, dass ihr gespannt sein dürft auf weitere Ella-Varianten auf meinem Blog.
Eine eher Außergewöhnliche mit Wickeloberteil ist mir für den ersten Versuch prima gelungen und wartet lediglich noch auf ihre Säume. Ich bin jetzt schon gespannt, was ihr dazu sagen werdet.


Und nun verlinke ich zum heutigen Memademittwoch und Afterworksewing und gehe dort noch ein bisschen nach weiteren Inspirationen stöbern. Kommt ihr mit?

Schnittmuster: Jersey-Kleid Ella von Pattydoo mit großem runden Ausschnitt und Tropfenverschluss (Pattydoo-Blog)
Größe/Veränderungen: Durchgängig Größe 44, Rock im Vergleich zum Original um 8 cm verlängert (Körpergröße 168 cm)
Stoff: Jeans-Jersey dunkelblau via Stoffe.de

Donnerstag, 9. Juni 2016

Shabby Chic Blumen-Broschen aus Stoffresten

Vielleicht kennt ihr das: Man sucht bei yout*be nach einem speziellen Tutorial, entdeckt in der rechten Spalte ein ganz anderes Video und ist schwups angefixt von einer neuen Idee.



So ging es mir mit einem amerikanischen Shabby Chic Flower Tutorial, als ich mich eigentlich auf etwas ganz anderes konzentrieren wollte.

Die flusigen, duftigen, shabby-look Blüten aus Käseleinen und Organza, die die Verfasserin da eher als Deko für Karten und Geschenke zeigte, zogen mich sofort in ihren Bann. Schlampig, flusig, duftig, ein bisschen vintage..... das ist genau meins ;-)

DAS musste ich also sofort ausprobieren, und zwar nicht zum Verschenken und nicht für Scrapbooking sondern als Broschen für meine selbst genähten Kleidungsstücke. Und auch nicht in den gezeigten Weiß- und Cremetönen (die mir ohnehin nicht stehen), sondern poppig bunt.

Ein dankbar einfaches Projekt für einen langen Krimi-Abend.

Zwar bin ich Nähanfängerin und habe daher noch nicht soooooooo viele Stoffreste, ein paar passende Streifen zum Ausprobieren waren aber selbst bei mir zu finden.



Hier Baumwolle in einem hellen Petrol - meiner Lieblingsfarbe.

Für so eine Brosche braucht man - je nach gewünschter Größe - nur einen Stoffstreifen von ca 3-4 cm * 40 cm.



Hier aus der gleichen Qualität in einem leuchtenden Pink, beklebt mit ein paar Glaswachsperlen aus meiner SEHR umfangreichen Schmuckteile-Restkiste.



Aus dieser farbigen Baumwolle habe ich meiner Tochter vor vielen Jahren mal ein Röckchen genäht. Die weiße Spitze, die ich darunter geklebt habe, ist mindestens 30 Jahre alt und aus den Kellerbeständen meiner Mutter. In der Mitte sitzen hier drei weiße Acrylperlen.

Vielleicht ein wenig zuuuuuuuuuu niedlich?



Meine Favorites sind allerdings die letzten beiden aus einem alten, dünnen Herrenjeanshemd. Eine wahre Recycling-Variante quasi. In der Mitte sitzt ein bunt bemalter Holzknopf, dessen Farbgebung ich in der Waschmaschine nicht so recht trauen würde.

Last but not least, mein absoluter Liebling:



Eine recht schlichte Brosche aus dem oben genannten Jeans-Rest und einer silberfarbenen Großlochperle aus Acryl.



Die Blumen sind zum größten Teil geklebt und nicht genäht. Die Verfasserin des Videos arbeitete mit einer Heißklebepistole, ich mit farblos aushärtendem Bastelkleber.

Sie verwendete als Grundlage ein Stück Filz. Da ich das nicht zu Hause hatte, habe ich einfach Kreise aus dem oben genannten Jeans-Stoff ausgeschnitten. Der ist auch herrlich stabil und erfüllt seinen Zweck genauso.

Auf der Rückseite habe ich Broschennadeln (Bastelbedarf) befestigt, die ich als Schmuckbastlerin ohnehin zu Hause hatte.

Wen die Anleitung interessiert, sucht einfach bei yout*be nach "Shabby Chic Flower Tutorial".

Aber Vorsicht: Die Verfasserin zeigt so viele weitere schöne Varianten, dass wirklich Suchtgefahr besteht!

Ich möchte mir noch Stretch-Satin und Organza besorgen und (fast) jede einzelne Variante ausprobieren. Die "center pieces" (Dekoelemente für die Blumenmitte), die im Video verwendet wurden, habe ich auch schon bestellt.

Die Idee, Basic-Kleidungsstücke je nach Lust, Laune und Anlass mit solchen Broschen aufzuwerten und/oder farblich ans jeweilige Outfit anzupassen, reizt mich sehr.

Wer weiß, vielleicht entdeckt ihr meine Broschen hier schon bald an meinem nächsten selbst genähten Kleid? Guckt doch einfach wieder vorbei.

Viele weitere schöne Do-it-yourself-Ideen finden sich heute wieder bei rums, dem Rund-ums-Weib-Blogspot. Schaut doch mal rein.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Zum ersten Mal ausgeführt: Jerseykleid Ella

Heute hab ich's tatsächlich getan: Ich habe meine erste Ella auch tatsächlich getragen, also nicht nur fürs Foto, sondern so richtig....


Da seit gestern auch bei uns sommerliche Temperaturen herrschen, war die Gelegenheit einfach zu günstig um das "Fremdeln" mit dem neuen Look zu überwinden.

Ein, zwei weitere Kilos sind seit den ersten Fotos in dieser Ella auch wieder runter, sodass mir die Rückenansicht schon etwas besser gefällt. Hier der Vergleich.


Der Baumwolljersey schmiegt sich ja nicht ganz so bereitwillig an die Kurven wie bei dieser Ella aus Viskose-Jersey. Heute war ich aber ganz zufrieden mit mir in meinem Kleidchen und es muss doch - wie befürchtet, kein trauriges Schrank-Dasein führen.

Nun fehlen aber noch einige Accessoires wie passende Gürtel und Schuhe zum neuen Kleider-Look im Schrank. Ach, wie schön, wenn man einen Grund zum Shoppen hat.

Viele wunderschöne weitere Sommerkleider und andere selbstgenähte Kostbarkeiten gibt es heute wieder beim Memademittwoch zu bewundern. Einige tolle Inspirationen habe ich bereits entdeckt.

Klickt ihr euch auch so gerne durch die Beiträge? Ich freue mich jede Woche neu darauf. Vielen lieben Dank fürs Organisieren!

Wer weiß, vielleicht hat die persönliche Nähkrise bald ein Ende....

Schnittmuster/Pattern: Jersey-Kleid Ella von Pattydoo mit tiefem Ausschnitt
Größe/Anpassungen: 44 um 8 cm verlängert bei einer Körpergröße von 168 cm
Material: Baumwolljersey

Dienstag, 7. Juni 2016

Hurra, es wird Sommer: Noch eine Kikky

Weil sich die erste Kikky von Ki-ba-doo so großer Beliebtheit erfreut (guckst du *hier*) und auch endlich, endlich der Sommer zu nahen scheint, hat das Lieblingskind ein zweites Kikky-Sommerkleid bekommen:


Ganz schlicht in der aktuellen Lieblingsfarbe türkis mit weißen Sternen. Große Farbexperimente und Tüddelkram mag meine Tochter nämlich noch weniger als ich.

Nur hinten gab es ein Webetikett aufgenäht, damit vorne und hinten leichter zu unterscheiden sind - eine Lösung, die sich aus den Erfahrungen mit der ersten Kikky ergab.


Kikky ist herrlich einfach und schnell zu nähen, sitzt prima und kommt eben auch von größeren, sportlichen Mädchen, die ihre Prinzessinen-Phase längst hinter sich haben, bestens an.


Schnittmuster: Kikky von Ki-ba-doo, Größe 152, keine Änderungen
Verlinkt zu: Dienstagsdinge, Creadienstag, Handmadeontuesday, Meitlisache, Kiddikram Ein herzliches Dankeschön den Organisatorinnen für ihre Mühe.

Freitag, 3. Juni 2016

Ergebnisse meiner Farb- und Stilberatung

Bereits im Winter 2013 habe ich mir *hier* eine ausführliche Farb- und Stilberatung gegönnt, die jeden einzelnen Cent wert war!

Sie hat einerseits den Wunsch in mir bestärkt, mir das Nähen selber beizubringen und beeinflusst natürlich auch meine Schnitt- und Stoffwahl.

Die Ergebnisse möchte ich daher hier einmal vorstellen.

Beides - die Farb- und die Stilberatung - waren eine wirkliche Bereicherung. Die Stilberatung sogar eine regelrechte Offenbarung.

Denn im nachhinein muss ich sagen, dass ich mit meiner Farbwahl selten wirklich krass daneben lag, meinen Stil aber auch mit über 40 noch nie wirklich gefunden hatte.

1. Meine Farbpersönlichkeit

... wird für die Leser dieses Blogs kaum nachvollziehbar sein, da ich ja mein Gesicht nicht zeige und somit der "Gesamtzusammenhang" fehlt.

Trotzdem sei der Vollständigkeit halber gesagt, dass ich ein Wintertyp bin, also dass mir kühle, blaupigmentierte Farben am besten stehen. Das sind kräftige Blautöne bis hin zu dunklem türkis und petrol, lila, pink und.... leider schwerer zu finden: kalte Rot- und Grüntöne.

Allerdings muss ich in Farben einer mittleren Helligkeit bleiben, da mir weder die sehr hellen noch die sehr dunklen Farben "bekommen". In Gesichtsnähe kann ich zum Beispiel kein weiß vertragen, obwohl es anderen Wintertypen sehr gut steht.

Leider musste ich während der Farbberatung auch feststellen, dass ich mein bis dahin heiß geliebtes schwarz nicht (in Gesichtsnähe) tragen kann. Es macht mich -ebenso wie das weiß- viel zu blass.

Meine kühlen Farben wirken also am besten, wenn sie weder zu hell noch zu dunkel sind und zudem eine hohe Intensität, Leuchtkraft und Klarheit besitzen.

Als Kombifarben kann ich schwarz (nur für Unterteile), sonst mittlere bis dunkle Grautöne bis zu anthrazit und kalte Brauntöne (= grau-braun) verwenden.

Ganz unsicher war ich bis zur Farbberatung, ob mir denn nun gold(farbener) oder silberner Schmuck besser steht. Zum Wintertyp gehört aber eindeutig silber(farben).

Mein Schrank war nie besonders bunt. Sehr gerne habe ich immer schwarz getragen (kaschiert so schön) und auch immer mal etwas Weißes gekauft, ohne davon richtig begeistert zu sein. Besonders kräftige Farben hatte ich leider aus Unsicherheit immer vermieden. Schwarz und weiß ging immer: schwarze Hose, weiße Bluse, schwarze Jeans, weißes T-Shirt, schwarzer Rock, schwarzes Shirt.....

Gerne mochte ich auch noch marineblau. Der Verzicht hierauf tut manchmal fast ein wenig weh ;-) Allerdings ist es tatsächlich so, dass ich jetzt deutlicher wahrnehme, dass mir diese Farbe nicht so hundertprozentig steht. Ähnlich ist es übrigens mit schokobraun.


2. Was so in meinem Stilpass steht

Wie ich oben schon erwähnt habe, hat mich vor allem die Stilberatung begeistert. Das waren Stunden, in denen ein Aha-Erlebnis das nächste jagte.

Vielleicht kennt ihr das auch: Ihr steht im Geschäft, seht ein Kleidungsstück, das euch prinzipiell gut gefällt, aber es hat irgendetwas an sich, das stört. Im schlimmsten Fall kauft ihr es, hängt es in euren Schrank, schlüpft immer mal wieder hinein, fühlt euch aber nie so richtig darin wohl ohne den wahren Grund dafür benennen zu können? Wenn es nicht an der Farbe (oder generellen Passform) liegt, dann muss es ja irgendetwas anderes sein. Nur was?

So ging es mir leider relativ häufig. Da hing etwas im Schrank, das ich bei der Outfit-Auswahl immer mal wieder unschlüssig prüfend herausgenommen, dann aber wieder zurückgehängt habe. Schrankleichen! Jede Menge! Immer wieder.

Nun, nach der Stilberatung konnte ich nach Hause fahren und bei jeder einzelnen Schrankleiche genau erkennen, was der gewisse "Störfaktor" war. Sehr oft lag es zum Beispiel an den ausgewählten Mustern.

a) Muster

Ich mag zum Beispiel geometrische Muster grundsätzlich sehr gerne (anschauen), wie etwa "Optik" von Astrokatze oder "Cool Triangle" von Lillestoff, die mir wirklich ausgesprochen gut gefallen.

Ich sehe sie gerne (an anderen), ich mag sie, ich liebe die Farben, was für geniale Designs, aber wenn ich solche Muster anziehe, dann fühle ich mich nicht wohl darin. Das selbe gilt für Streifen, (geometrisch exakte) Kreise und Ovale, Rauten, Chevrons, Karos, Hahnentritt..... Ja selbst für Muster, die geometrisch exakt angeordnet sind, wie etwa in diesem Beispiel von Lillestoff:



Trotz der passenden Farben würde das aufgrund der exakt-geometrischen Anordnung nicht so hundertprozentig meins werden.

Alles allzu Geometrische, Geordnete, Abgezirkelte, Konstruierte.... entspricht also nicht meinem Stil. Seltsamerweise übrigens auch nicht meinem Charakter.

Trotzdem hatte ich immer wieder derart gemusterte Kleidung im Schrank, die mir zwar an allen anderen gut gefiel, jedoch nicht an mir.

Jetzt weiß ich: Das ist nicht meins! Ich brauche es "wild" gemustert, unordentlich, nicht vertikal oder horizontal stimmig angeordnet. Auch dass es die richtige Mustergröße für jedermann gibt, war mir völlig neu. Bei mir sind das kleine Muster bis maximal 3-4 cm.

Leider entdecke ich aber viel mehr geometrisches Design unter den Qualitätsstoffen, als das für mich geeignete. Passt dagegen das Muster, sind die Farben nichts für mich.

b) Materialien

Was war ich verblüfft zu sehen, welchen Unterschied es macht, ob man ein Stück langhaarig-wuscheligen Kunstpelz oder einen kurzhaarig-glatten oder einen mittellang-fedrigen umgehängt bekommt! Dass das überhaupt einen Unterschied macht, hätte ich nie gedacht. Es ist aber so.

Ganz krass ist für mich auch der Unterschied zwischen steifen, dicken Stoffen (geht bei mir gar nicht) oder weichen, fließenden, denen ich dadurch beim Nähen den Vorzug geben werde.

Stoffe mit sanftem Glanz schmeicheln mir hervorragend, matte weniger.

c) Sonstiges

Feminines wurde mir angeraten: Feminin mit vielen verspielten Details. Nichts Klassisch-elegantes, schon gar nichts Sportliches. Und das mir - wo ich doch zeitlebens zu 90 % in Jeans und T-Shirt herumgelaufen bin!
Daher nähere ich mich auch nähtechnisch gerade an einen viel feminineren Stil an.


3. Der (Birnen-)Figur geschuldet

Natürlich geht es bei einer Stilberatung vor allen Dingen auch darum, seine Vorzüge ins rechte Licht zu rücken (auch wenn man schon gar nicht mehr daran glaubt, überhaupt welche zu haben) und seine "Problemzonen" dadurch in den Hintergrund treten zu lassen.

Bei mir sollte also der Fokus deutlich auf den Oberkörper und Taille gelenkt werden (Farben, Muster, verspielte Details, optische Hingucker) und dadurch den Blick von Hüfte, Po, Oberschenkeln (dunkel-einfarbig, keine Muster, keine Hingucker wie Paspeln, Unterteilungen, Taschen, Waschungen.....) ablenken.

Als allgemein-gültige Grundregel lernte ich: Überall dort, wo im Outfit etwas "passiert", dort bleibt auch der Blick hängen. Möchte ich also nicht, dass mir jemand unweigerlich auf die Hüfte schaut, dann darf dort auch in meinem Outfit nichts "passieren". Ein Oberteil darf daher bei mir nicht auf Hüfthöhe enden - wie es bei Kaufoberteilen selbst für große Größen leider oft der Fall ist. Daher habe ich das leider sehr oft falsch gemacht.

Ähnlich: Wenn ich nicht möchte, dass jemandem sofort meine kräftigen Oberschenkel ins Auge fallen, sollte ich Jeans mit Waschungen im Oberschenkelbereich vermeiden. Es ist aber in der Tat recht schwierig, im praktischen Leben Jeans vollkommen ohne Waschung zu finden.

Damit ich meinen vergleichsweise schmalen Oberkörper nicht optisch noch schmaler mache, kommen für mich keine Blusen/Hemden mit Knopfleisten in Frage, ja nicht mal lange Ketten, weil sie den Oberkörper optisch in Längsrichtung halbieren und somit im Vergleich zum Unterkörper noch schmaler machen. Zudem sind Hemdblusen eher dem klassisch-eleganten Stil zuzuordnen, der mir ohnehin nicht sehr steht. Ähnlich ist es mit V-Ausschnitten.

Ich muss mich den detailreichen Ausschnittvarianten zuwenden, die zudem die Schultern betonen und nicht noch verschmälern. Sie müssen ja das optische Gegengewicht zur sehr breiten Hüfte sein. Am Ausschnitt dürfte es optisch krachen, z.B. durch Borten, Litzen, Pailletten, Spitze, Schleifen,.... Hier fehlt es mir noch an Kreativität - noch mehr aber an Näherfahrung.


Fazit:

Ich habe längst nicht alles, was ich an den zwei Nachmittagen der Farb- und Stilberatung gelernt und über mich erfahren habe, hier angeführt. Immerhin blieb kaum ein Thema rund um Kleidung und Accessoires unangetastet: Gürtel, Hüte, Schuhe, Taschenform und -größe, Brillen etc.......

Noch weniger davon habe ich schon in meiner Garderobe angewendet, obwohl mich alle Tipps wirklich zu 100% überzeugt haben.

Nicht immer ist es leicht, auch das Passende für sich in den Geschäften zu finden, vor allem wenn man große Größen benötigt und trotzdem ständig eine gute Änderungsschneiderei bräuchte. Da hat man wenig Lust, teures Geld für schöne Stücke auszugeben. Aber dafür habe ich ja jetzt auch begonnen, mir das Nähen beizubringen. Dann kann ich mir (hoffentlich irgendwann) meine Kleidung auch vom Stil her passend nähen.

Auch bin ich bisher längst noch nicht mutig genug gewesen, mich so weit aus meiner bisherigen schwarz-grauen-Komfortzone herauszubegeben.

Dennoch habe ich all die vielen, wertvollen Tipps ständig im Hinterkopf, wenn ich mich mit dem Thema Nähen auseinandersetze.

Was mir steht, weiß ich nun also relativ gut. Ich muss mich nur noch trauen und mein Wissen auch an der Nähmaschine umsetzen lernen.

Jedem, der beim Blick in den Spiegel noch oft fragen muss: "Steht mir das?", dem kann ich eine solche Farb- und Stilberatung nur ans Herz legen.