Freitag, 27. Mai 2016

Problem erkannt, Problem gebannt?! Eine Annäherung an die richtige Größenauswahl bei Figuren jenseits der Norm

Wer sich ein wenig durch meine letzten Beiträge geklickt hat, der weiß, dass mein Weg zu einer maßgeschneiderten Garderobe zur Zeit ein recht holpriger ist.

Glückt etwas, so wie meine zwei Ellas, scheint das ein glücklicher Zufall zu sein.

Häufiger sind jedoch in letzter Zeit die Misserfolge und die kosten zum einen unnötiges Geld, zum anderen sind sie unglaublich frustrierend.

Daher habe ich den heutigen Abend genutzt, um mich einmal genau mit meinem Näh-Problem auseinanderzusetzen.

Ich glaube, dabei habe ich sehr viel gelernt, und daher möchte ich die Anfängerinnen unter euch an meinen Überlegungen teilhaben lassen.
Hilfreich könnte es vor allem für diejenigen Anfängerinnen sein, deren Figur - wie die meine - an irgendeiner Stelle nicht mit den Norm-Maßen übereinstimmt.

Zunächst einmal habe ich heute etwas getan, was ich mal lieber schon vor dem Zuschnitt meines allerersten Kleidungsstücks hätte tun sollen:

Eine exakte Problemzonen-Analyse mit dem Maßband und dem Stift in der Hand!

Meine größte Passform-Schwierigkeit beim Nähen (sowie bei Kaufkleidung auch) ist eine sehr große Differenz zwischen Taillenumfang und Hüftumfang.

Daher habe ich diesen Bereich heute einmal akribisch ausgemessen und skizziert.

Und so sieht das aus:


Wie ihr auf der Skizze erkennen könnt, habe ich mit dem Taillenumfang (gemessen exakt über dem Nabel) begonnen und dann in einem Abstand von jeweils 10 cm hinunter Richtung Hüfte erneut gemessen und die Werte notiert, bis ich bei der kräftigsten Stelle rund um meinem Po angekommen war.

Was mir dabei zum ersten Mal bewusst geworden ist, ist die Tatsache, dass die Entfernung zwischen Taille und stärkster Stelle über dem Po bei mir somit ganze 30 Zentimeter beträgt. Wenn ich mich richtig erinnere, geht die Schnittentwicklung aber davon aus, dass diese Entfernung 20 Zentimeter beträgt.

Dann habe ich die Skizze in Originalgröße auf ein Stück großen Plakatkarton gezeichnet:


Das wäre praktisch jeweils ein halber Umfang, quasi entsprechend einem trapezförmigem vorderen (bzw. hinteren) Rockteil von der Taille bis zur stärksten Stelle über dem Po.

Meine "Schablone" habe ich dann ausgeschnitten, sodass ich sie zur Kontrolle auf Schnittteile legen kann.


Ich überlege gerade, ob ich mir eine Kopie davon zur Warnung an die Kühlschranktüre hängen sollte ;-) Nein, Scherz beiseite.

Was ich sofort gemacht habe, ist meine Schablone mal zur Kontrolle mit dem Schnittmuster der gestrigen misslungenen Kate zu vergleichen:



Wie man sehen kann, passt das für einen festen Bund gerade noch so einigermaßen (der Schnitt enthält ja auch die Nahtzugaben). Und so war auch das Gefühl beim Tragen. Die Probleme begannen unterhalb der Passe.

Ich habe nachgemessen: Die Oberkante meines fertigen Rocks hat einen Umfang von 106 cm. Da ich an dieser Stelle aber bereits einen Umfang von 110 cm aufweisen kann, fehlen dem Rock hier bereits 4 cm, die er sich logischerweise aus den Kellerfalten holt und daher zieht es diese so weit Richtung Hüfte.

Auch das Auflegen der Schablone auf den fertigen Rock zeigt, dass da sehr wenig Luft zwischen Hüfte und Rock bleibt:



Zwar wellt sich die Schablone hier etwas nach oben, weil der Karton gerollt war, aber man kann - denke ich - gut erkennen, dass da nicht viel Platz ist und somit verständlicherweise die Kellerfalten so unschön aufspringen.

Nun war ich natürlich sehr neugierig, wie sich denn meine Schablone mit meinem zweiten Teil für die Tonne, meinem Rosa P. - Desaster verträgt:



Hier die Passe (in XL) zur Hälfte auf meine Taillenlinie (Bauchnabelhöhe) gelegt, da dies ja auch in etwa die Mitte der Passe ist. Man sieht: Es fehlt einiges an der unteren Kante und so sieht das ja auch im fertigen Ergebnis aus.

Das gleiche zeigte auch der Vergleich des A-Linien-Rockteils in XL:


Hier habe ich das Schnittmuster nicht auf meiner Taillenlinie platziert, sondern 10 cm darunter, weil der Rock durch die Taillenpasse des Schnittes ja auch tiefer ansetzt. Wie man sieht: Da ist ebenfalls nicht sehr viel Luft.

Und um gleich noch was zu lernen bzw. einen weiteren Fehler zu vermeiden, habe ich die Schablone auch auf den schon vorbereiteten Folienschnitt für ein Wickelkleid von ki-ba-doo in Größe 46 gelegt, der bisher (gottlob) noch nicht zum Einsatz kam:


Das hätte im Leben nicht gepasst, wie man vor allem an der mit Pfeil markierten Stelle sehen kann!

Nun könnte man sagen: Ja, weiß sie denn nicht, dass ihr Röcke in Größe 46 nicht passen??!!!! Nein, weiß sie nicht, sie ist ja Anfängerin und kann (noch) nicht einschätzen, welchen Umfang ein A-Linien-Rock denn nun auf Höhe des Po erreichen wird.

Bei den meisten Schnittmustern für Kleidern ist angegeben, dass man sich bei der Größenauswahl nach seinem Brustumfang richten soll.

Der liegt bei mir bei exakt 100 cm und entspricht in den allermeisten Schnittmustern somit Größe 44.

Welchen Hüftumfang das betreffende Kleid dann erreichen wird, habe ich erst ein einziges Mal in einem Schnitt entdeckt (Vogue 8379 - ein Wickelkleid mit ohnehin weitem Rockteil).

Schade, dass man hier so oft auf Mutmaßungen angewiesen ist bzw. mühevoll im Schnitt herum messen muss, immer in der Hoffnung, die Hüftlinie beim Messen auch richtig identifiziert zu haben.

Da A-Linien-Röcke ja gleichmäßig ausgestellt sind und eine schöne Saumweite erreichen, habe ich bisher mit viel Anfänger-Naivität gehofft, dass es wohl reichen wird, dann bei A-Linie eine Größe größer für den Rockteil zu wählen, als eigentlich für meinen Brustumfang empfohlen. Nun sind es aber mindestens zwei, wenn nicht gar drei Größen mehr.

So, und nun parke ich meine wertvolle Schablone zuerst einmal im Nähschrank (statt an der Kühlschranktür), lecke noch ein wenig meine Wunden und widme mich dann ein ganzes Stück überlegter meinem nächsten Nähprojekt.

Vielleicht werde ich auch mal nach vernünftiger Literatur zum Thema Schnittentwicklung und Schnittanpassung suchen. Ich denke, ich muss den ganzen Hintergrund noch viel besser verstehen, um wirklich passend für mich nähen zu können. Über Literaturvorschläge eurerseits in den Kommentaren freue ich mich daher sehr.

Denn unterkriegen lasse ich mich noch lange nicht!





Donnerstag, 26. Mai 2016

Rock Kate rockt (nicht wirklich)

Beim Rums von vergangener Woche war ich dermaßen begeistert vom Rock Kate einer Bloggerin, dass ich mir den Schnitt sofort geholt und ausprobiert habe.

Die allererste Testversion startete ich durchgängig in Größe 46 und aus einfacher, günstiger Baumwolle. Vielleicht habe ich nicht gründlich genug in den Spiegel geguckt, denn ich war- bis auf den viel zu weiten Bund - recht begeistert.

Daher schnitt ich bei Version 2 den Bund in Größe 44 zu, den Rockteil in Größe 46 und ließ die Mehrweite gleichmäßig in den Falten verschwinden. Um es kurz zu fassen: Das Ergebnis ist leider (wieder) nicht richtig toll geworden und ich habe die Befürchtung, dass dies meinen Anpassungsversuchen geschuldet sein wird:



Das Material ist ein recht kräftiger Hosenstretch - vielleicht zu kräftig für dieses Projekt. Die Falten fallen gar nicht schön und vor allem der Übergang vom Bund zum Rockteil ist alles andere als harmonisch.


Die seitlichen Falten des Vorderteils ziehen sich unschön in Richtung Hüfte. Noch viel schlimmer ist, dass sich an den seitlichen Nähten des Bundes ergibt sich eine völlig unschöne "Wurst" ergibt, die letztendlich diesen Rock für mich kaum tragbar erscheinen lassen:


Für meinen üppigen Po sind die Kellerfalten am hinteren Rockteil auch nicht gerade die schmeichelhafteste Lösung, aber damit könnte ich zur Not gerade noch leben:


Den ganzen Abend über hat mir die Passformproblematik so wenig Ruhe gelassen, dass ich jetzt den Bund in der Taille noch etwas enger gemacht habe. Ich hatte die Hoffnung, dass es hilft, wenn der Rock etwas höher sitzt. Leider hat das nicht viel gebracht - vor allem nicht für die "Würste" an der Hüfte.

Hätte ich vielleicht bei dem kräftigen Stoff komplett auf die Bügeleinlage am Bund verzichten können? Erkennt irgendjemand von euch Fortgeschrittenen, wo das Problem ist?


Ach, menno. Langsam bin ich wirklich sehr frustriert und mit meinem Latein ein bisschen am Ende. Meine ganz dicke Nuss, die Passformanpassung, scheint mich schlichtweg zu überfordern :-( ... und ich bin nahe dran, einfach aufzugeben. Ich bräuchte wirklich ganz dringend einen ordentlichen Nähkurs, jedoch wird sowas bei mir in der Nähe höchst selten angeboten, vor allem keine Kurse mit dem Thema Kleidung für Erwachsene.

Nachtrag: Hier gibt es eine nachträgliche Fehleranalyse: *klick*

Schnittmuster: Rock Kate von Schnittchen (Bund 44, Rockteil 46); Wasserfallshirt Scarlett von Pattydoo in Größe 44
Material: Hosenstretch von Butinette; roter Viskosejersey über Dawanda
verlinkt zu: Rums

Freitag, 20. Mai 2016

Ein erstes Resümee

Erst etwa ein halbes Jahr ist es her, dass ich mich aus den hier genannten Gründen mit dem Nähen beschäftige und noch deutlich jünger ist dieser Blog. Trotzdem konnte ich heute mit einiger Ehrfurcht feststellen, dass schon über 5000 Menschen meine Posts angeklickt haben.

5000 Klicks auf mehrere Wochen verteilt sind für die erfahrenen Blogger unter euch vermutlich ein Grund zum Schmunzeln. Für mich jedoch Anlass, heute ein erstes Resümee mit vielen sehr persönlichen Gedanken zu ziehen.

Zunächst einmal herzlichen Dank für jeden einzelnen Klick und noch mehr für jeden netten, Mut machenden und konstruktiven Kommentar. Jede einzelne Rückmeldung motiviert mich ungeheuerlich, mein Ziel weiter zu verfolgen. Gäbe es diesen Blog nicht, hätte ich vielleicht schon manches Mal frustriert aufgegeben.

Manchmal klicke ich mich selber mit einem tiefen Erstaunen durch meine Fotos, was zum einen daran liegt, dass es von mir fast keine Fotos gibt.
Ich bin äußerst kamerascheu und würde mich selber als sehr unfotogen bezeichnen. Vielleicht ist es aber einfach nur so, dass einem Fotos die Wahrheit noch deutlicher vor Augen führen als ein Spiegel dies tut.

Zum anderen liegt es daran, dass das Nähen für mich ganz viel mit Selbstfindung zu tun hat:
Viele Jahre habe ich das getragen (bzw. tragen müssen), was ich eben in Läden fand: Gefällt (wenigstens einigermaßen) und passt ohne eine Änderungsschneiderei aufsuchen zu müssen? Was kaschiert am besten? Worin falle ich am wenigsten (unangenehm) auf? Am besten in uni-schwarz von Kopf bis Zeh? Na dann: Gekauft!

Jetzt, durch das Nähen, sollte sich allmählich die Freiheit entwickeln, das tragen zu können was mir wirklich super gefällt und toll passt. DAS ist der Plan.

Aber was gefällt mir eigentlich wirklich? Wer bin ich tatsächlich? Wer möchte ich sein? Wie möchte ich mich kleiden? Wie weit traue ich mich heraus aus meiner "Wohlfühlzone" (nur nicht auffallen, einigermaßen das Übergewicht kaschieren).

Mit einigen Shirts habe ich begonnen. Oberteile nähen und Jersey verarbeiten waren nämlich absolutes Neuland für mich. Aber ich will doch Kleider (gerne auch aus Jersey), also war die logische Konsequenz für mich, mich zunächst einmal an die noch unbekannte Welt der Oberteile herantasten:

Mit dieser und einer weiteren FrauLiese sowie einer Mariella von Mialuna24 ging es los. Die werde ich euch bei Gelegenheit mal zeigen. Dann folgten für den Frühling und Sommer zum Beispiel diese Shirts:



So wie hier abgebildet: Hose an, Shirt drauf, würde ich übrigens nicht auf die Straße gehen. Da müsste noch was "drüber", was Hüfte und Po kaschiert.

Dazwischen lagen missglückte Versuche, Blusen(shirts) aus Webware und Cardigans zu nähen, die ich bisher auch noch nicht gezeigt habe.

Was das Nähen von Oberteilen angeht, habe ich mich bei aller Begeisterung momentan ein bisschen gebremst. Solche finde ich recht leicht auch in Läden. Es sind die "Unterteile", die mir fehlen (Hosen, Röcke....) und den größt möglichen Shoppingfrust erzeugen, den frau sich vorstellen kann. Und DAS ist ja das Problem, von dem ich mich durchs Nähen befreien wollte.

Ich muss zugeben, recht weit bin ich da auch an der Nähmaschine noch nicht gekommen. Einige Schnittmuster und Anregungen liegen bereit. Aber mir fehlt noch der Mut, mich notfalls auch mit dem Nähfrust auseinanderzusetzen, der zwangläufig kommen könnte.

Die ganz dicke Nuss, die es zu knacken gilt, heißt auch hier Schnittanpassung. Eine Hüfte von 120 cm + (dickste Stelle des Po) und eine Taille von ca. 90 cm müssen erstmal harmonisch miteinander in Verbindung gebracht werden!

Und dann war da noch mein großer Traum vom Schrank voller bunter Kleider. Ohne die eben erwähnte Schnittanpassung funktioniert (leider) erst die Ella von Pattydoo in Größe 44:



Die könnte ich zwar inzwischen rauf und runter nähen vor Begeisterung, doch einerseits ist mir nach mehr Vielfalt und andererseits weiß ich nicht, ob ich sie auch im Alltag viel tragen werde.

Grund? Hm.... Bin ich das? Trau ich mich so weit raus aus meiner Wohlfühlzone? Bin ich damit - von einigen wenigen festlicheren Gelegenheiten - nicht reichlich overdressed? Vor allem ist es wohl der recht weite Rock der Ella, der in mir diesen Gedanken erzeugt, der mich irgendwie nicht loslassen will: Nur für besondere Anlässe!

Eher alltaugstauglich hätte ich - wohl aufgrund des schmäleren Rockteils - diese Kleidvariante gefunden (beide aus Rosa P. "Bau dir dein Kleid"). Die erste (grüne) ist für mich ein absolutes Daheim-gerne-Kleid, die zweite ein absolutes Passformdesaster.

Ich blättere nach wie vor schmachtend durch das Buch, denn es ist für mich sowas wie ein Märchenland für schöne Kleider. Jedoch bräuchte aber auch hierfür deutlich mehr Erfahrung im Anpassen der Schnittmuster auf meine Figur.

Erst diese Woche stellte sich die ernüchternde Erkenntnis ein, dass ich um dieses Problem wohl auch bei Wickelkleidern nicht herumkommen werde. Hier mein erster Versuch mit Sally von Pattydoo, die völlig unerwartet "obenrum" zu groß wurde:



Auf der to-sew-Liste steht nun erst einmal die Suche nach einem passenden Schnitt für einen Rock ganz oben, der meine Shirts ergänzt. Dies ist umso wichtiger, als ich in den letzten Wochen 8 Kilo abgenommen habe und sich dadurch die ohnehin begrenzte Anzahl an passenden "Unterteilen" im Schrank erstmal weiter verkleinert hat.

Problem: Nach vielem Hin- und Herüberlegen und ersten Versuchen aus alter Bettwäsche musste ich einsehen, dass wohl ein Rock mit einem festen Bund und Reißverschluss für mich besser geeignet ist als der leichtere Weg über Gummibund oder Strickbündchen. Es tut meiner Silhouette nämlich deutlich besser, wenn ich die Shirts im Rockbund trage und das gefällt mir mit der elastischen Lösung so gar nicht. Außerdem muss die Weite, die ich über die Hüfte sehr reichlich benötige im Bund verschwinden ohne dort viel aufzutragen.
In die von mir bevorzugten schmaleren Rockvarianten komme ich ohne Reißverschluss schon gar nicht rein. Also sollte ich mich als nächstes mit dem Angstthema Reißverschluss auseinandersetzen. Noch scheue ich den vermeintlich vorprogrammierten Misserfolg sehr...

Ihr seht... Dieser Weg wird (weiterhin) kein leichter sein.

Liebe Grüße
Eure Quintilia

Donnerstag, 19. Mai 2016

Unverhofft kommt oft: Wickelkleid Sally von Pattydoo

Mit dem Jersey-Kleid Ella von Pattydoo habe ich zu meiner großen Begeisterung einen Kleiderschnitt gefunden, der hervorragend an meiner schwierigen nicht ganz perfekten Figur funktioniert. Spätestens gestern konnte ich das mit meiner Wasserfall-Ella den gewogenen Blog-Besuchern beim Me-made-Mittwoch voller Stolz wieder einmal vorführen.

Dank seines sehr weiten Rockteils funktioniert Ella an mir ohne Änderungen durchgängig in 44. Einfacher geht's nicht für Nähanfängerinnen wie mich. Ich könnte also getrost mit Ellas in Serie gehen. Der Schnitt bietet immerhin genug Varianten.

Doch wer möchte sich schon mit einem einzigen funktionierenden Kleiderschnitt zufrieden geben? Ich? Gewiss nicht! Der Traum von einem Schrank voller bunter Kleider ist noch lange nicht ausgeträumt.

Für den Alltag hätte ich neben den weiten Ellas noch gerne andere Kleider mit (etwas) schmaleren Röcken. Schnittmuster liegen bereits bereit.

Aber jeder neue (Kleider-)Schnitt ist für mich - und andere Damen mit einer ausgeprägten Birnenfigur - ein neues Wagnis, gerade wenn es um schmalere Röcke geht: In den Schnittmustern ist Brust- und Taillenumfang angegeben, Infos zum Hüftumfang des fertigen Kleidungsstückes fehlen jedoch meistens. (Ok, nicht bei Vogue - aber ich kann weder Burda noch Vogue bereits "lesen", aber das ist ein anderes Thema). Also versuche ich herumzuraten und halbherzig auf Verdacht zu messen, wo denn im Schnittmuster später bei mir die Hüfte...... Sehr unbefriedigend!

Dass mir mein erstes Wickelkleid (Sally von Pattydoo) nicht ganz wunschgemäß gelingen könnte, darauf habe ich mich also trotz aller Vorfreude beim Nähen schon eingestellt. Mein Brustumfang von 100 cm passt - wie bei Ella - exakt zu Größe 44, also emsig die Linie für die 44 nachgezogen. Mit der Taille komme ich wenigstens noch annähernd hin (siehe Ella) und ... die Hüfte (von ca. 122 cm????)

Na gut, bin ich mal mutig, so dachte ich mir, passe ich meinen ersten Rockteil an und verbreitere ab dem Taillenband wenigstens hinaus auf Größe 46 - auf Verdacht. Besser is das - wird schon passen. Und wenn nicht, verbreitere ich eben bei der nächsten auf Größe 48....

Tja: Grau ist alle Theorie!

Kaum ist der letzte Stich getan, schlüpfe ich raus aus meiner Jeans und rein in die Sally, halte vor dem Spiegel die Luft an, ob ich den Rockteil um die Hüften bekomme und bin beim Blick in den Spiegel absolut perplex:

Der Rockteil passt, aber das Oberteil ist zu..........GROSS!?????????????????????!!!!!!??????? Da legst di nieder - wie man bei uns in Bayern so schön sagt. Unverhofft kommt oft!


Um es gleich vorweg zu nehmen: So auf den allerersten Blick mag ich meine Sally recht gerne. Ich würde mich auch in der schmaleren Rock-Silhouette wohl fühlen, denke ich.


Aber im Detail sieht man recht gut, dass ich sie nicht ohne ein Top darunter anziehen könnte. Der Ausschnitt ist einfach zu tief und der BH blitzt selbst im Stehen hervor. Man sieht auf dem folgenden Foto auch recht gut, wie der Übertritt durchhängt:


Dabei habe ich die Vorderteile schon derart "festgezurrt", dass sich der Untertritt halb durch den Durchlass für das Wickelband gezogen hat, wie ich später vor dem Spiegel merkte. Das sieht so unmöglich aus, dass das auch keine Lösung sein kann.

Wenn ich mich nur ein bisschen nach vorne beuge, verabschiedet sich die Kante des Obertritts nach vorne. Das sieht dann aus meiner Perspektive so aus:


Wie gesagt: Man sollte sich ja nach seiner Oberweite richten bei diesem Kleid und die passt auf den Zentimeter genau zu Größe 44. So weit wie das absteht, hab ich so meine Zweifel, ob ein Reduzieren des Oberteils auf Größe 42 reichen würde. Liegt das alles vielleicht am sehr dehnbaren Viskosejersey?

Hinten passt das Oberteil dann leider auch nicht ganz so optimal wie bei Ella, aber das stört mich am wenigsten.


Wie bereits gesagt: Insgesamt mag ich die Silhouette des Kleides an mir recht gern und bin noch weit davon entfernt, diesen ersten Versuch als TfT (Teil für die Tonne) zu bewerten.
Ob es allerdings in dieser Passform mit Top darunter im Alltag tragbar ist, kann ich noch nicht beurteilen.

Hier liegen außerdem noch zwei weitere Schnitte für Wickelkleider: Das von Ki-ba-doo und das Vogue 8379. Ans Ki-ba-doo habe ich mich wegen der persönlichen Passformproblematik nicht heran getraut, beim Vogue ist mir die Anleitung zu knapp (und noch dazu auf Englisch).

Auch weil es für das Wickelkleid Sally von Pattydoo ein sehr gutes Anleitungsvideo auf youtube gibt, dem ich sehr leicht folgen konnte, habe ich mich eben dafür entschieden. Es ist absolut anfängertauglich.

Zuguterletzt möchte ich sicherheitshalber betonen, dass es mir hier fern liegt, irgendwelche Schnitte zu "verreißen". Ich bin - wie dieses Beispiel wieder einmal zeigt - mit meiner Figurproblematik alles andere als repräsentativ um die Passform eines Schnittes generell zu beurteilen. Es gibt viele tolle, passende Designbeispiele zu diesem Schnitt im Netz. Und bisher hat alles, was ich mir von Pattydoo genäht habe, prima gepasst.

Schnittmuster: Wickelkleid Sally von Pattydoo (oben 44, ab unterhalb Taillenband 46; insgesamt um 3 cm verlängert)
Stoff: Viskosejersey von stoffe.de
verlinkt zu: Rums

Mittwoch, 18. Mai 2016

Volltreffer: Ella von Pattydoo mit Wasserfallausschnitt!

Hach.... was bin ich happy über meine neue Ella von Pattydoo:


Diesmal habe ich sie aus einem weichen, fließenden Viskosejersey genäht und ich muss sagen: Das tut nochmal einiges mehr für die Passform, mit der ich bei Ella, wie ihr wisst, ja ohnehin sehr zufrieden bin.


Vor allem hinten fließt sie schön über den Po, wie ich finde:


Gewählt habe ich diesmal die Variante mit Wasserfallausschnitt und kurzen Puffärmeln mit Saumbund.


Genäht habe ich in Größe 44, verlängert habe ich wieder um 8 cm im Vergleich zum Original, damit die Knie bedeckt sind.


Es blieb auch noch etwas Stoff für einen einfachen Bindegürtel übrig, den ich fürs Foto mal besser liebevoller gebunden hätte. Aber es musste schnell gehen.

Ich bin restlos begeistert und werde definitiv noch weitere Ellas (aus Viskosejersey) nähen. Der Schnitt ist einfach optimal für mich.

Gerade habe ich aber ein Kleid nach einem anderen Schnittmuster unter der Nadel ;-)


Schnittmuster: Jerseykleid Ella von Pattydoo
Größe: 44 + 8 cm Länge
Stoff: Viskosejersey über stoffe.de (reduziert auf ca. 8 € / m)
verlinkt zu: Memademittwoch - meiner liebsten Inspirationsquelle afterworksewing

Donnerstag, 12. Mai 2016

Sommerbasics: Liv von Pattydoo

Meine ersten selbst genähten Basic-Shirts für den nahenden Sommer habe ich euch bereits vorgestellt, z.B. hier, hier , hier oder auch hier.

Bei diesem hier habe ich ein wenig mit dem Schnitt Liv von Pattydoo "gespielt", um ein weniger näh-mutiger zu werden.


Der rote, flutschige Viskosejersey verträgt sich nicht richtig mit dem festeren schwarzen Halsbündchen und wirft ein paar bockige Falten. Ansonsten bin ich recht zufrieden mit meinem Ergebnis.


Genäht habe ich in Größe 44 und am Schnitt keine Änderungen vorgenommen. Ich glaube, ich habe lediglich den vorgegebenen Langarm selbst auf Kurzarm gekürzt.

Mit dem Anfertigen von Jersey-Shirts fühle ich mich inzwischen recht wohl und hätte daher viel Lust, mir täglich ein neues zu nähen.

Als nächstes steht jetzt aber die Lösung des Rock-Problems auf der to-sew-Liste ganz oben. Die Shirts wollen ja auch "untenrum" würdige Begleitung ;o)

Einen Hosenschnitt an meine Problemfigur *siehe hier* anzupassen, gehört für mich definitiv erst in die Meisterklasse.

Bleibt also nur der Rock..... und obwohl hier schon ein, zwei Schnitte und das Material dazu liegen, muss ich noch meinen Mut zusammen nehmen. Aber wer weiß: Vielleicht kann ich euch schon nächste Woche ein erstes Ergebnis vorstellen.

Daher muss das Shirt diesmal leider noch mit einer schnöden Kaufhose ab zum *rums*.

Mittwoch, 11. Mai 2016

FrauMarlene - gerade nochmal gut gegangen

Wie ihr in der vergangenen Woche schon an meiner Kurzarm-FrauLiese *klick* feststellen konntet, habe ich diesen Frühling eine Affinität zu unregelmäßigen Streifen entwickelt.

Daher hatte ich bei Dawanda außer dem türkis-weißen Jersey für die Kurzarm-Liese auch noch einen rot-weißen für ein weiteres Projekt in den Warenkorb gepackt. Vielleicht kennt ihr das ja: Wenn man schon die Versandkosten bezahlen muss, dann kann man auch gleich.....

Aus dem rot-weißen Stoff wollte ich mir nun eine FrauMarlene von Fritzi/Schnittreif nähen, habe den Jersey also wie immer bei 30° mit Feinwaschmittel vorgewaschen und mich eines nachts voller Feuereifer an die Arbeit gemacht.


Morgens - bei Tageslicht - traf mich dann fast der Schlag: Die roten Streifen hatten stellenweise bei der Wäsche auf die weißen abgefärbt und ich hatte das ganze Malheur beim Zuschneiden völlig übersehen. Auf dem Vorderteil zeigte sich nichts, dafür war das Rückenteil gründlich von roten Spuren überzogen! Einfach zum Heulen!

Ich hab dann alles auf eine Karte gesetzt, das Shirt dennoch fertig genäht, die roten Spuren mit einer ordentlichen Ladung Fleckengel eines Markenherstellers behandelt und nochmal ab in die Maschine damit. Gottlob ging das gut: Das Verwaschene ging raus, die restliche Farbe blieb an Ort und Stelle.


Gerade nochmal gut gegangen, also.


FrauMarlene ist ein optimaler Schnitt für Frauen mit Birnenfigur (schmaler Oberkörper, breite Hüften), weil die Ausschnittführung den Oberkörper optisch verbreitert und die Einsätze den Blick auf die Schultern lenken.


Genäht habe ich in Größe L, wobei ich die Schultereinsätze von der größten Größe genommen habe, um die BH-Träger zu verdecken. Außerdem habe ich den vorgeschlagenen kurzen Arm um 2 cm verlängert, damit ein bisschen mehr überschüssiger Speck an den Oberarmen verpackt wird und gleichzeitig die Brustlinie verbreitert wird.


Ich nähe mit der uralten Nähmaschine meiner Mutter, einer Pfaff 1199, die seit den 70-er Jahren in unserem Haushalt treue Dienste tut. Leider lässt sich in dieser Serie aber keine Zwillingsnadel einsetzen, sodass mir zum Säumen eigentlich nur ein kleiner Zickzack-Stich bleibt. Das gefällt mir nicht besonders, ist aber für den Augenblick nicht zu ändern.

Wie schon so oft habe ich auch diesmal wieder erst in einer kleineren Größe für meine Tochter geübt und das Shirt in XS mit den originalen Schultereinsätzen genäht.


Mein Mädel ist 150 groß und trägt Kaufshirts in Gr. 152. Die Marlene in XS ist ihr leider noch zu groß, was sich vor allem beim Sitzen zeigt. Dennoch möchte sie sie gerne tragen - und zwar am liebsten täglich.


Wie ihr am gestrigen Post *klick* sehen könnt, hat sie aber nun auch einen neuen Favoriten im Kleiderschrank, nämlich ihr neues Kleid Kikky von ki-ba-doo.


Ein kleiner Blumengruß aus unserem Schrebergarten.

Schnitt: FrauMarlene von fritzi/schnittreif (Größe L + Schultereinsätze XXL + Kurzarm um 2 cm verlängert; Größe XS ohne Änderungen)
Stoff: Streifenjersey über Dawanda; blauer Jersey über Stoffmarktonline
verlinkt zu: memademittwoch und afterworksewing

Dienstag, 10. Mai 2016

Kleid Ella? Passt mir gut!

Nachdem mir mein allererste Probeexemplar der Ella von Pattydoo *klick* recht gut gefallen hat, habe ich mich in dieser Woche an eine zweite gewagt:



Ella bringt mir mit meiner sehr ausgeprägten Birnenfigur einen entscheidenden Vorteil: Da der Rock so weit ist, passt das Kleid insgesamt in Größe 44.

Verändert habe ich lediglich die Rocklänge. Im Original endet er oberhalb des Knies - bei meinem Gewicht keine besonders vorteilhafte Länge. Beim ersten Versuch habe ich 12 cm zugegeben - zu viel des Guten. Also habe ich es diesmal mit 8 cm probiert und das funktioniert gut. Man sollte Röcke bei kräftigen Beinen ja dort enden lassen, wo sich eine möglichst schmale Stelle befindet. Ich denke, das habe ich getroffen. Wenigstens was die Körperhöhe betrifft, habe ich mit meinen 168 cm Normmaß.


Von einer Birnenfigur spricht man dann, wenn der Oberkörper deutlich schmaler ist als der Unterkörper. Hier kommt mir die Ärmellänge (ca. halber Oberarm) sehr entgegen: Sie verbreitert optisch die Brustlinie und schafft damit einen Ausgleich zu breiten Hüfte.


Ganz wichtig wäre es bei dieser Figur auch, einen deutlichen Akzent auf das Oberteil zu legen, dort Hingucker zu schaffen, die den Blick hinauf zu den vorteilhafteren Proportionen zu lenken und von den weniger vorteilhaften abzulenken.

Was das betrifft, bin ich leider (noch) nicht besonders kreativ bzw. noch nicht nähfertig genug. Ich habe mal versucht, das durch ein kleines Schleifchen am Kragen zu schaffen. Dieses habe ich an einer Broschennadel festgenäht. Somit kann ich das Detail zum Waschen abnehmen oder je nach Lust und Laune anders befestigen. Der Weisheit letzter Schluss ist das noch nicht, aber für den Anfang gefällt es mir.


Den ledernen Wickelgürtel in Größe L habe ich mir vor einem Jahr online gegönnt und war dann mächtig enttäuscht, dass er etwas zu klein war und sich nicht richtig binden ließ. Wie groß die Freude, dass er nun (mit inzwischen gut 7 Kilo weniger) sehr schön passt.

Da es vergangene Woche ziemlich kalt war, habe ich mal probiert, ob ich die Ella mit vorhandenen Kleidungsstücken auch für kühlere Tage stylen kann und fand einen Cardigan in einem dunklen lila:


Die Farbe passt leider nicht optimal, aber vor allem ist das Jäckchen viel zu lang, so richtig passt das also nicht dazu. Hm..... stricken sollte man vielleicht auch noch können ;-)


Ella gefällt mir und wird sicherlich noch einige Male von mir genäht werden.

Dennoch bin ich noch mit der Frage beschäftigt, wie ich bei anderen Kleiderschnitten mit schmäleren Rockteilen den Spagat zwischen Oberteilgröße L und Rockgröße XL schaffen kann.

Auch das Thema Rock an sich beschäftigt mich zu Zeit. Wie passend, das Dodo von dodosbeads beim heutigen memademittwoch einen Rock vorstellt, den sie als das wildeste Ding bezeichnet, was je ihren Kleiderschrank bevölkerte. Gerne geselle ich mich mit meiner Ella dazu und lasse mich von den anderen Nähnerds und ihren Werken inspirieren.

Kikky Sommerkleid von Ki-ba-doo

Als ich mir letzte Woche meine "Ella" nähte, meinte mein Wirbelwind plötzlich, sie brauche auch mal wieder ein Kleid.

Unsere Wahl fiel auf das herrlich unkomplizierte Kikky-Kleid von ki-ba-doo und einen recht "unbunten" Katzen-Jersey.


Das Kleid ist wirklich super schnell genäht und begeistert uns beide gleichermaßen.


Wie schön, dass heute gleich das passende Wetter ist, um das Kleid zum ersten Mal im Garten auszuführen.


Genäht habe ich in Größe 152 (Körpergröße 150 cm). Gereicht hätte vielleicht auch noch 146.


Wir sind so angetan von "unserer" Kikky, dass schon der Stoff für ein weiteres Modell bereit liegt.

Schnittmuster: Kikky von ki-ba-doo
Größe: 152 (Körpergröße 150) ohne Änderungen
Stoff: via alfatex
verlinkt zu: Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge, creadienstag, kiddikram und meitlisache. Den Organisatorinnen lieben Dank für Ihre Mühe!