Donnerstag, 28. April 2016

Verliebt in Scarlett von Pattydoo

Juchu, ein Erfolgserlebnis:

Um den Schnitt für das Wasserfallshirt "Scarlett" von Pattydoo bin ich eine ganze Weile unschlüssig herumgeschlichen, bis ich vorgestern Abend dann doch zugeschlagen habe.
Gottlob gibt es zu dem Shirt nämlich ein tolles Anleitungsvideo bei youtube, das mir die Angst vor der neuen Herausforderung "Wasserfallkragen" genommen hat.


Einiges Grübeln verursachte mir einmal mehr die Frage nach der richtigen Größenauswahl. Von der Brust her sollte eine 44 passen, Taillen- und Hüftumfang entsprechen der Maßtabelle nach eher einer 46. Ich war mutig und habe mir die 44 zugeschnitten.

Ein Probestoff, auf den es mir nicht wirklich ankam, war schließlich auch noch im Stofflager: Ein Rest äußerst flutschiger Viskosejersey, der mich schon bei einem anderen Nähprojekt fast in den Wahnsinn getrieben hätte.

Die Begeisterung darüber, dass mir das Shirt so gut steht und auch passt, ist dennoch riesengroß.


Mit dem Wasserfallkragen betrat ich absolutes Neuland, aber dank des Anleitungsvideos war das überhaupt kein Problem. Nur das flutschige Stöffchen war kaum unter der Nadel zu bändigen und hat schließlich auch einen kleinen Fehler verursacht, der aber nicht weiter auffällt.


Ich mag rot sehr sehr gerne, bin aber vom Farbtyp her ein "Wintertyp" und brauche daher ein kaltes rot, welches leider sehr schwer zu finden ist. Gerade wenn man wie ich darauf angewiesen ist, seine Stoffe im Internet zu bestellen, vergreift man sich wegen der Farbdarstellung auf dem Bildschirm gerne mal. Und das ist mir bei diesem Stoff unglücklicherweise passiert: Was auf dem Bildschirm kalt aussah (also mit einem bläulichen Unterton), ist in Wirklichkeit ein warmes rot (mit orangenem Unterton), was mir nicht so gut steht.

Trotzdem freue ich mich riesig darüber, dass ich mit Scarlett nun endlich ein weiteres Shirt gefunden habe, das ganz hervorragend zu mir passt. Nun heißt es die Augen offen halten nach schönen Viskosejerseys für weitere Scarletts. Denn diese wird definitiv nicht die letzte bleiben!

Ganz zufällig habe ich mir über die Wintermonate auch eine schöne Kette gebastelt, die bisher noch gar nicht zum Einsatz kam. Die Ohrhänger von letzter Woche passen ebenfalls prima dazu.


Was mir jetzt noch dringend fehlen würde, sind zum einen ein schöner, weiter Rock dazu und zum anderen was zum darüber ziehen. Noch kann man ja gar nicht glauben, dass man demnächst vielleicht im Kurzarmshirt ohne Jäckchen gehen kann.

Habt ihr vielleicht einen Vorschlag für einen chicen, weiten Rock, der einfach zu nähen ist? Gerne auch aus Webware? Aber absolut anfängertauglich müsste er sein.

Vielleicht ist ja hier bei Rums schon einer für mich dabei? Ich würde mich freuen.

Mittwoch, 27. April 2016

Rosa P. #2... ist nichts für mich

Über die vielen Kommentare zu meinem ersten Kleid von Rosa P. (Näh dir dein Kleid) habe ich mich letzte Woche sehr gefreut. Vor allen Dingen haben mich die Verbesserungsvorschläge motiviert und so setzte ich mich diese Woche voller Tatendrang an Version Nr. 2.

Dafür habe ich mir das Carmenoberteil ausgesucht und es diesmal in L statt in XL wie das Wickeloberteil letzte Woche zugeschnitten. Da ich den Rock in XL belassen wollte, musste ich die Passe entsprechend anpassen (also oben L unten XL) und habe mir davon viel versprochen.

Leider ist das Resultat ein völliger Fehlschlag. Herausgekommen ist ein Resultat, das mich motiviert, meine vor Wochen begonnene Diät konsequent weiter zu verfolgen und das Kleid bis dahin in der hintersten Ecke des Kleiderschranks zu parken:



Das Oberteil sitzt nun sehr eng, was ich bereits befürchtet hatte. Immerhin handelt es sich bei diesem Schnittmuster um Doppelgrößen und so beträgt der Unterschied von XL auf L satte 3 cm an einer einzigen Seite. OK, es sitzt eben sehr figurbetont oben herum, doch damit hätte ich leben können.

Eigentlich habe ich Passe und Rockteil bewusst unifarben und dunkel gehalten, in der Hoffnung, dass dann der Blick weg von meiner viel zu üppigen Hüfte abgelenkt wird und automatisch hinaufwandert zum gemusterten Oberteil. Aber irgendwie klappt das überhaupt nicht: Mir kommt gerade der Rockteil (A-Linien-Rock in XL wie letzte Woche) viel viel zu eng vor und finde das Kleid so dermaßen unvorteilhaft für mich, dass ich es (vorerst) nicht tragen werde.


Für die Passform der Passe im Rückenbereich hat die Verschmälerung oben herum übrigens auch nichts gebracht:


Dass sich das hintere Oberteil im Vergleich zum vorderen so hochzieht, ist wahrscheinlich der zu kleinen Größe geschuldet:


Vermutlich hätte gerade das Carmen-Oberteil Größe XL gut vertragen, weil vielleicht die Raffung am Ausschnitt ein wenig vom überschüssigen Stoff geschluckt hätte. Vielleicht sollte ich es auch einfach mal mit dem weiten Rock aus dem Buch und ohne die breite Passe probieren?

Ehrlich gesagt ist mir dazu aber momentan die Lust vergangen und ich bin gerade dabei, ein anderes Schnittmuster zu testen bzw. eine neue Ella von Pattydoo zu planen. Der Link führt euch zu meiner ersten Probeversion. Ich kann mich darin gut sehen. Der deutlich weitere Rock scheint momentan einfach das einzige zu sein, was mir einigermaßen schmeichelt. Noch möchte ich meinen Traum vom Schrank voller chicer Kleider nicht aufgeben. Dennoch schleicht sich manchmal der Gedanke ein, ob es nicht einfacher wäre, auf Rock + Shirt (oder Bluse) zu setzen.

Wenigstens hatte ich Gelegenheit, einige Gestaltungselemente auszuprobieren wie etwa der Saumblende, die leider auch nicht richtig passte, obwohl ich sie akribisch ausgemessen hatte. Auch die farblich abgesetzten Armbündchen gefallen mir grundsätzlich gut.

Auch mein Experiment mit der Rocklänge hake ich mal als gelungen ab.

Meine neuen, ebenfalls selbst gemachten, petrolfarbigen Ohrhänger hätten zumindest prima zum Kleid gepasst.


So, und nun ab mit "uns" zum heutigen Memademittwoch, bei dem ich mich gerne mit den anderen über ihre besser gelungenen Projekte freue.

Nachtrag: Und hier *klick* mehr zum Thema Fehleranalyse - zumindest was den Rockteil des Kleides betrifft.


Dienstag, 26. April 2016

Shirt Rose für den Wirbelwind

Wenn der Frühling auf sich warten lässt, kann man getrost auch noch das eine oder andere Langarmshirt nähen.


Gerne probiere ich neue Schnittmuster erst einmal an meiner 10-jährigen Tochter aus. Hier ist es (Lady) Rose von Mialuna24 in Größe 146.


Es fand sich noch ein letzter Rest Eulen-Jersey, den ich wunschgemäß mit uni-braun kombiniert habe.


Mein Wirbelwind liebt sein Rose-Shirt bereits innig, vor allem wegen dem Schleifchen im Tunnelzug am Kragen und hat bereits weitere Modelle geordert.


Gerade als Näh-Anfängerin schätze ich die Schnitte von Mialuna24 sehr. Sie sind schnell genäht, passen gut und vor allem gibt es zu jedem Schnittmuster ein Anleitungsvideo auf youtube.

Gerne präsentieren wir uns daher heute damit beim creadienstag und bei handmade on tuesday.

Freitag, 22. April 2016

Das Lieblingskind in FrauLuise

Ein Kind zu haben kann ein großer Vorteil sein, wenn man sich - wie ich - gerade das Nähen beibringt. Erstens habe ich dann die Möglichkeit, mich in ein Schnittmuster hineinzuarbeiten ohne dass dabei viel Stoff benötigt wird und zweitens habe ich immer eine Verwendungsmöglichkeit für etwaige Stoffreste.


Seitdem ich vor meiner allerersten FrauLiese den Schnitt (von Schnittreif) erstmal am Lieblingskind erprobt habe, ist dieses absoluter Fan von Wickel-Shirts, was mich einigermaßen in Erstaunen versetzt.

Immerhin sind Wickel nun ein eher feminines Gestaltungsdetail und mit allem Femininen steht meine 10-Jährige eigentlich zur Zeit komplett auf Kriegsfuß.

Obwohl ihre FrauLiese seit ihrer Entstehung im November eigentlich dauernd getragen wird, haben wir noch gar nicht daran gedacht, diese zu fotografieren.


Von meinem Rosa P-Baukastenkleid-Versuch diese Woche ist allerdings gerade so viel Stoff übrig geblieben, dass er für einen ersten Versuch von FrauLuise, der Kurzarmvariante von FrauLiese gereicht hat.

Der Stoff fand geradeso noch Gnade vor den strengen Augen meines Wirbelwinds, also konnte ich mich getrost an die Overlock setzen und ausprobieren.


Der Wickel begeisterte die künftige Trägerin einmal aufs Neue und söhnte sogar mit der Farbe aus ("Grün ist ja eigentlich nicht so meine Farbe, Mama!")

Gedoppelt - wie im Schnittmuster vorgeschlagen - habe ich nicht. Der Jersey ist mit 300 g/m² ohnehin schön fest.


Wie ihr sehen könnt, hat das Top den Alltagstest auch bereits mit Bravour bestanden und wartet nun geduldig auf viele sonnige Tage.


Schnittmuster: FrauLuise von Fritzi/Schnittreif in Größe XS (Das Lieblingskind ist 148 cm groß)

Donnerstag, 21. April 2016

Jetzt gibts was auf die Ohren!

In Jogginghosen in den Supermarkt? Für viele ein absolutes No-Go, für mich gar kein Problem. Ich bin keine, die sich täglich von Kopf bis Zeh "aufbrezelt", wie man bei uns in Bayern so schön sagt.

Auf zwei Sachen verzichte ich aber niemals. Erstens, ein bisschen Wimperntusche und zweitens: Ohrschmuck! Das muss einfach immer und überall. Ich komme an keinem Modeschmuckständer dieser Welt vorbei, ohne ihm nicht mindestens 10 Minuten intensive Aufmerksamkeit zu schenken. Doch gibt es da ein Problem, dass mich viele Jahre zur Verzweiflung brachte:

Meine Ohren vertragen einfach keinen Modeschmuck! Spätestens nach zwei Stunden beginnen meine Ohrläppchen zu jucken und schwellen dick an. Gebe ich diesem Warnzeichen nicht nach, schmerzt das Ganze tagelang.

So machte ich eines Tages aus der Not eine Tugend und begann, mir meinen Ohrschmuck selber zu basteln, und zwar mit Ohrfedern aus Echtsilber. Damit kommen nicht nur meine allzu empfindlichen Ohrläppchen bestens klar, sondern ich kann mir jetzt auch zu wirklich jedem Outfit das (farblich) Passende machen.

Da ich krankheitsbedingt nun etwas mehr Zeit habe, habe ich die Gelegenheit genutzt, und mir gestern Abend ein bisschen Nachschub für meinen Schmuckständer gebastelt:



Mit Ohrhängern in petrol und türkis könnte ich inzwischen einen Versandhandel aufmachen, da dies meine absoluten Lieblingsfarben sind. Dennoch musste auch mal was "Farbneutraleres" her, was notfalls auch zum Jogginghosen-Outfit passt.


Schwarz geht eigentlich fast immer ;-)


Ok, ok... an petrolfarbenen Perlen bin ich auch diesmal nicht vorbeigekommen. Die rufen immer so ;-)



Als begeisterte Katzen-Mama komme ich auch an sowas regelmäßig nicht vorbei. Ich liebe diese "Knautschgesichter".


Und zuguterletzt noch ein bisschen Katzen-Kitsch....

Das zweitschönste an der Schmuck-Bastelei? Man hat immer ein kleines, schnelles Präsent für eine liebe Freundin parat ;-)

Und ab damit zum Rums, auf den ich mich jede Woche neu freue!


Materialien via Dawanda + Ebay

Mittwoch, 20. April 2016

Rosa P - nicht ganz optimal - Mein Kleid Nr. 2

I have a dream..... I still have a dream...

...von einem Kleiderschrank voller bunter Kleider! Das ist meine Hauptmotivation, mich mit dem Nähen auseinanderzusetzen.

Als ich vergangene Woche die liebe Aylin von panilin.blogspot in ihrem farbenfrohen Kleid von Rosa P. gesehen habe, war es endgültig vorbei mit dem Zögern: Das lang bestaunte Buch musste endlich ins Haus und war dank prime - na, ihr wisst schon - auch gleich am nächsten Tag da. Wild entschlossen machte mich an mein 2. Kleid ever:


Die ersten Schnittteile waren schnell abgepaust:

A-Linien-Rock, Wickeloberteil, kurze Ärmel (um 2 cm verlängert), Passe für vorne und hinten - alles nach einigem Zögern in Größe XL.

Zögern wie immer deswegen, weil mir eigentlich vom Brustumfang her Größe L genügen müsste. Jedoch schreit meine Hüfte laut nach XXL.

Als anpassungs-unerfahrene Nähanfängerin habe ich daher einfach mal meinen Mut zusammengenommen und die goldene Mitte gewählt.

Den Rock habe ich vorsichtshalber um 8 cm verlängert, denn auch wenn ich nur 168 cm groß bin, mag ich kaum etwas weniger als meine blanken Knie. Vielleicht trotzdem 2 bis 3 Zentimeter zu lang?


Ich nehme es gleich vorweg: Die Passform ist nicht ganz optimal.

Trotz oder besser gesagt dank meines Übergewichts habe ich aktuell "nur" ein C-Körbchen, sodass ich den Wickel wahrscheinlich ein wenig befestigen werde müssen, sollte ich nicht mal unabsichtlich tiefe Einblicke gewähren wollen. Es sitzt nicht unter den Armen und ist wirkt im ganzen ein wenig zu groß.


Schade nur, dass man sich bei Rosa P nicht auch gleich ihre traumhafte Figur mit zu den Schnittmustern dazu bestellen kann ;-) I have a dream.... Nein, das ist nunmal meine Rückenansicht und ich finde, sie stellt sich in dem Kleidchen ebenfalls ganz passabel dar, auch wenn ein A-Linien-Rock nicht die optimalste Lösung für mich zu sein scheint.

Schade, dass man die interessantesten Oberteile des Buches nur mit dieser Passe nähen kann, die vor allem hinten nicht richtig sitzt und durch ihre Nähte gerade bei größeren Größen weder schmeichelhaft noch bequem ist.

Den grasgrünen Baumwolljersey habe ich für nur rund 6 Euro pro Meter online gekauft und ich muss sagen, er hat sich hervorragend vernähen lassen und es mir als Anfängerin sehr leicht gemacht.

Noch bin ich ja in der "Näh-Grundschule" und teste mich durch die Schnitte. Da möchte ich keine wertigeren Stoffe sinnlos ruinieren. Im besten Fall kommt bei meinen ersten Versuchen etwas enigermaßen Tragbares heraus, wie dieses Rosa P - Kleid. Auch wenn ich selten derart Buntes trage, muss ich zugeben, dass mir die Farben recht gut stehen.


Es ist gewiss nicht der absolute "Burner", jedoch ein willkommenes Gartenkleid für warme Tage. Und ja, ich werde noch einige Kombinationen aus dem Baukasten-Buch von Rosa testen.

Wenn ich die Orthese rund um meinen verletzten Knöchel dann endlich wieder los bin, kann ich euch meine nächsten Kleidchen aus dem Baukasten sicherlich auch Chicer präsentieren. Bis dahin verzeiht ihr mir bitte auch den wenig attraktiven Bildhintergrund.

Und ab mit uns zum MemadeMittwoch, wo uns sicherlich wieder viele Hobbyschneiderinnen an ihren Erfolgen teilhaben lassen. Ich freue mich immer riesig darauf - ihr euch auch?





Dienstag, 19. April 2016

An-näh-erung an den richtigen Kleiderschnitt

Tief in meinem Herzen bin ich ein richtiges Mädchen: Ich liebe Kleider! Kann man frau sich weiblicher fühlen als in einem schönen Kleid?

Gibt es außerdem eine unkompliziertere Garderobe für einen Morgenmuffel wie mich? Kein langes, mühsames Suchen nach der passenden Kombination zwischen Ober- und Unterteil in den frühen Morgenstunden: Schrank auf, Kleid raus, reinschlüpfen, fertig! Hach.... wie ich das vermisse!

Als ich vor wenigen Jahren noch 20 Kilo weniger wog, gelang es mir gelegentlich sogar, ein passendes Kleid für mich in Konfektionsgröße 44, manchmal sogar 42 zu finden. Und wenn dem so war, dann habe ich dieses Kleid getragen, bis es mir förmlich vom Allerwertesten fiel.

Was daran so schwierig ist? Nun, charakteristisch für meine Birnenfigur ist, dass ich "oben rum" mindestens eine, manchmal sogar zwei Kleidergrößen kleiner benötige als "unten rum". Wenn mir also ein Kleid an Brust und Taille passt, dann sitzt es über dem Po und den Oberschenkeln ziemlich spack - sollte ich überhaupt hineinpassen. Passt es dagegen unten, ist es oben viel zu weit.

Das hat sich mit meiner Gewichtszunahme noch verstärkt, sodass ich meinen Kleidertraum so lange begraben habe, bis ich durch Zufall im letzten Herbst beim Zappen auf "Verflixt und zugenäht" gestoßen bin und die zauberhafte Ella Mara in ihren femininen, herrlich bunten Kleidern gesehen habe. Ja, dass Selber-Nähen die Lösung meines Problems sein könnte, der Gedanke war mir vorher auch schon gekommen, nur: Ich konnte ja eben gar nicht nähen. Zumindest nicht richtig!

Ella hat mir Mut gemacht, und so habe ich das Internet nach passenden Kleiderschnitten durchsucht. Denn eins kann ich definitiv (noch) nicht: Schnitte wie Ella selber konstruieren. Wer das kann, hat meiner Meinung nach den Zenit des Nähhimmels erreicht und kann sich tatsächlich endgültig von Kaufkleidung trennen.

Der erste Schnitt, auf den ich stieß, war "Ella" von Pattydoo: Hach.... was für ein zauberhaftes Kleidchen, gerade mit ihrem dazu passenden Taillengürtel Twinnie. Ganz meins! Schwärmend saß ich vor den ganzen Nähbeispielen und packte den Schnitt schließlich in meinen Warenkorb.

So, da saß ich nun nach einer Schneide- und Klebeorgie vor dem Schnittmusterbogen und der Anleitung. Unschlüssig wanderten meine Blicke viele Tage lang zwischen meinen Körpermaßen und den Maßangaben auf dem Schnittmuster hin und her. Ja, toll! Dass das Problem mit den unterschiedlichen Konfektionsgrößen nicht nur für Kaufkleidung, sondern auch für Schnittmuster gilt, hatte ich doch glatt ausgeblendet! Was sollte ich denn nun machen???

Noch mehr sank mir der Mut, als ich las, dass das Kleid kurz überhalb des Knies enden würde. Ach, du lieber Gott! Und das, wo sich mindestens 2 der zugenommenen 20 Kilo doch ausgerechnet rund um meine ohnehin recht stattlichen Knie niedergelassen hatten. Nun, das ging gar nicht!

Wie es der Zufall aber so wollte, wurde mir bei einer Stoffbestellung ein Romanit in der falschen Farbe zugeschickt, nämlich in dunkelbraun, das ich nicht trage. Das war ein Zeichen! Definitiv!

Immer noch recht zauderlich, aber doch irgendwie mit einer tiefen Entschlossenheit setzte ich mich nochmal an das Schnittmuster, überlegte hin und her, wie ich denn den Rock des Kleides verlängern könnte, ohne ihn dadurch enger zu machen. Ich hatte mich nämlich nun an der Größe für das Oberteil orientiert (44), was laut Maßtabelle für meine Hüften viel zu klein sein sollte. Wenn ich nun einfach die Saumlinie nach unten versetzte und wieder oben mit dem Taillenpunkt verband, dann wurde der Rock ja an der Hüfte noch schmaler. Würde das reichen?

Ich glaube, ich musste noch zwei Tage hin und hergrübeln, bis ich mich schließlich einen Feigling schimpfte und mich einfach ans Werk machte. Was sollte schon schief gehen? Der Romanit war billig gewesen und in braun wollte ich ihn eh nicht tragen.

Also los: Eine nachtlang durchgenäht an meinem allerersten Kleid und mich daran gefreut, wie prima ich mit der Anleitung klar kam und wie schön mir alles von der Hand ging. Mitten in der Nacht war ich dann endlich fertig, zog mir das fertige Kleid über und stürzte vor den Spiegel.
Blick von vorn: Oh! Gar nicht sooooo übel. Dann (leider?) umgedreht, den Popo in dem Kleid erblickt und mächtig erschrocken: Oh neeeeeeeein! Das ging ja gar nicht! Irgendwie kam es mir so vor, als mache dieser Schnitt meinen Popo noch größer. Was war ich traurig!!!! Meine Freundin meinte zwar, das stimme nicht, so sei mein Popo eben, in jeder gekauften Hose sähe das nicht anders aus.... Na, danke! Das will man hören ;-)

Auch wenn mir klar war, was sie meinte, tat es doch irgendwie sehr weh, zu erkennen, dass es kein Kleidungsstück geben würde, das mich wie von Zauberhand in eine Größe 38 verwandelt! Trotzdem wurde das Kleid erstmal mitsamt meinen kühnen Kleider-Nähträumen ganz ganz tief in einer Stoffkiste vergraben.

Innerhalb der letzten paar Wochen habe ich nun mühevoll etwas mehr als 5 Kilo verloren und mir gestern - angespornt von dieser neuen Hoffnung und einer ganz tollen Nähbloggerin - ein ganz anderes Kleid genäht. Dieses werde ich euch morgen vorstellen.

Es hat mir so viel Mut gemacht, dass ich in der Stoffkiste nach meiner lieblos beerdigten "Ella" gegraben habe und noch einmal hineingeschlüpft bin. Ein vorsichtiger Blick von vorn in den Spiegel: Oh! Ist doch schön! Dann umgedreht, den Popo begutachtet und durchgeatmet: Na, so schlimm ist das nun auch nicht mehr! Passt doch irgendwie! Oder? Was meint ihr? Hat dieser zauberhafte Schnitt eine Zukunft für mich und daher ein würdigeres Stöffchen verdient?


Jetzt, wo ich mir das auf dem Bild so anschaue, denke ich, ein wenig kürzer hätte das Kleid ruhig sein dürfen. Vielleicht so drei Zentimeter weniger?


Und hier die besagte rückwärtige Ansicht. Oh je, wie stehe ich denn da? Das macht es auch nicht gerade besser ;-P Wie man sieht, wirft das Oberteil im Rücken ziemliche Falten, was wohl auch an meinem ausgesprochenen Hohlkreuz liegt. Ich finde es aber nicht allzu tragisch. Ihr?


Was mich mehr zum Grübeln bringt, ist die Passform auf Achselhöhe. Ich weiß nicht recht, wie ich es beschreiben soll und auf den Fotos kommt es, glaube ich, auch nicht so richtig raus: Irgendwie habe ich da "zu viel" Stoff, ausgehend vom unteren Punkt des Armlochs bis hin zur Brust. Das liegt auch nicht an diesem Schnitt, das ist bei anderen genauso. Wenn ich die Arme runter nehme, wirft es nur ein paar Falten, hebe ich die Arme an, was man ja auch gelegentlich mal tut ;-), dann steht die gesamte Armkugel ein wenig hoch. Doch, ich glaube, auf dem Foto von der Vorderansicht könnt ihr sehen, was ich meine. Mache ich was falsch? Übrigens verzeiht mir bitte mein "Beinkleid". Ich habe mir letzte Woche einen Bänderriss zugezogen und mein gesamter Fuß ist noch so geschwollen, dass ich lediglich in Gummigaloschen für den Garten passe. Und in denen wollte ich euch mein Kleid nun wirklich nicht präsentieren.